Logo Stiftung für Hochschulzulassung Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo studienwahl.de
Neun bunte Quadrate auf einem roten Hintergrund.

Offizieller Studienführer für Deutschland

Eine Hand holt Geld aus einem Geldbeutel.
Miete, Ernährung, Kleidung, Sport, Bücher und Handy kosten Studierende monatlich viel Geld. Eine gut durchdachte Finanzierung ist deshalb äußerst wichtig. Foto: BA

BAföG, Stipendien, Nebenjobs und Co. Wege der Studienfinanzierung

Drucken Versenden
Konstantin Pelz.

Konstantin Pelz

Foto: Privat

220 Euro für einen Platz im Studierendenwohnheim mitten im Zentrum – für München ein echtes Schnäppchen. Konstantin Pelz hatte sich schon während des Abiturs um die Wohnung gekümmert, als klar war, dass er gern Bioinformatik in München studieren wollte. „Pendeln wäre von meinem Heimatort zu weit gewesen, außerdem wollte ich für Treffen mit Freunden lieber in der Stadt wohnen“, erzählt der 19-Jährige. Ein Auto hat er nicht, das meiste Geld gibt er für Freizeitaktivitäten und für Lebensmittel aus, weil er versucht, regelmäßig selber zu kochen. „Es hat mich überrascht, wie teuer Lebensmittel sind. Ich habe aber noch das Glück, dass Grundlagen wie Gewürze oder Öl in der Küche des Studentenwohnheims gestellt werden.“

Konstantin Pelz finanziert sein Studium zu einem Teil über seine Eltern: Sie zahlen ihm das Kindergeld aus, übernehmen die Kosten für die Wohnung und die Semestergebühren von 120 Euro pro Halbjahr und geben ihrem Sohn 300 Euro monatlich dazu. Anspruch auf BAföG hat er nicht. Daher hat er sich einen Job im Helmholtz-Zentrum gesucht, wo er sich als studentische Hilfskraft im Monat rund 400 Euro hinzuverdient.

Auf Mischfinanzierung angewiesen

Mit seinen monatlichen Einnahmen liegt Konstantin Pelz im Durchschnitt. Wie die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ergab, haben Studierende durchschnittlich 918 Euro monatlich zur Verfügung. Ihre größten Ausgabenposten sind Wohnkosten (323 Euro), Ernährung (168 Euro) und Fortbewegung (94 Euro), also zum Beispiel Fahrkarten oder Benzinkosten. Auch bei der Finanzierung sind die meisten – wie Konstantin Pelz – auf mehrere Quellen angewiesen: 86 Prozent der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, durchschnittlich mit 541 Euro. 61 Prozent haben einen Nebenjob, der im Schnitt 384 Euro einbringt. Und 18 Prozent erhalten BAföG, durchschnittlich 435 Euro im Monat.

„Der Anteil der Studierenden, die einen Nebenjob haben, ist seit dem Jahr 2012 um 7 Prozent gestiegen, der Anteil der BAföG-Empfänger um 14 Prozent gesunken“, kommentiert Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung. „Die BAföG-Sätze und -Grenzwerte wurden zwar 2016 erhöht, aber für viele reicht das zum Leben nicht aus, sodass sie auf andere Einkommensquellen angewiesen sind“.

Deswegen müssen Studierende lernen, gut mit ihren Ein- und Ausgaben zu haushalten. Wer zum Beispiel bei der Miete sparen möchte oder muss, dem gibt Achim Meyer auf der Heyde folgende Tipps: sich frühzeitig um einen Platz im Wohnheim kümmern oder – wenn möglich – bei der Wahl des Studienplatzes auf die Höhe der Lebenshaltungskosten am Studienort schauen. Gibt es ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr, so ist es möglich, gegebenenfalls auch außerhalb der Studienstadt zu wohnen, wo es günstiger ist.

Für unvorhergesehene Ausgaben sparen

„Beim BAföG sollte man auch auf Kleinbeträge nicht verzichten“, gibt Achim Meyer auf der Heyde zu bedenken. „Viele haben Angst vor Verschuldung. Aber die Höhe der BAföG-Rückzahlungen ist auf maximal 10.000 Euro begrenzt, die in kleinen Raten zurückgezahlt werden können. Das ist weit attraktiver als ein Studienkredit einer Bank.“ Zudem rät der Generalsekretär, sich über Stipendien zu informieren, etwa bei den Begabtenförderungswerken (siehe Reportage „Studium mit Unterstützung“). Nebenbei zu jobben, sei eine weitere Option, „das geht aber immer auch zu Lasten des Studiums und der Freizeit“, warnt er (siehe Reportage „Minijob in der Forschung“).

Wer ein Semester im Ausland studieren will, kann nach Erasmus-Programmen Ausschau halten, die eine finanzielle Förderung ermöglichen. Zudem gibt es das Auslands-BAföG. Das kann auch für Studierende interessant sein, die in Deutschland keine Förderung erhalten, da die Voraussetzungen teilweise anders sind. „Wenn das nicht reicht, muss man vorab jobben gehen und sich ein finanzielles Polster anlegen“, rät Achim Meyer auf der Heyde. „Das ist sowieso sinnvoll für unvorhergesehene Anschaffungen.“ Solche Ausgaben können zum Beispiel eine neue WG-Waschmaschine aber auch eine spannende Exkursion sein.

Wer in finanzielle Not gerät oder sich prinzipiell zur Finanzierung des Studiums informieren will, kann sich an die BAföG-Ämter oder die Studienfinanzierungsberatungsstellen des Deutschen Studentenwerks wenden. Für finanzielle Notlagen stehen dort auch Darlehen zur Verfügung.

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) bringt regelmäßig einen Studienkredittest heraus, in dem verschiedene Angebote miteinander verglichen und bewertet werden.

FAQ

Alles rund ums BAföG

Je nach Einkommenshöhe der Eltern und dem eigenen Vermögen, kann man für sein Studium eine BAföG-Förderung erhalten. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie viel BAföG bekomme ich?

Wie hoch die Förderung ist, hängt von Ihren Lebensumständen und Ihrem eigenen sowie dem Einkommen Ihrer Eltern ab. Das BAföG-Amt des Studentenwerks an der Hochschule hilft bei der Berechnung.

Wie viel eigenes Vermögen darf ich haben?

Sind Sie Single und kinderlos, werden Ihnen 7.500 Euro Freibetrag gewährt. Für jedes Kind erhöht sich der Freibetrag um 2.100 Euro. Zum Vermögen zählt nicht nur das Geld auf dem Konto, sondern zum Beispiel auch Autos, Mietkautionen, Riester-Renten, Bausparverträge und Sparbücher.

Wie lange kann man eine BAföG-Förderung erhalten?

Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit, die in der Studienordnung festgelegt ist. Urlaubs- und Auslandssemester werden nicht mitgezählt. In besonderen Fällen (zum Beispiel Krankheit, Schwangerschaft, Kindeserziehung) kann sich die Förderungsdauer erhöhen.

Was passiert bei einem Fachwechsel?

Wenn Sie spätestens bis zum dritten Fachsemester die Fachrichtung wechseln, erhalten Sie weiter BAföG. Bei einem späteren Wechsel benötigen Sie einen unabweisbaren Grund. Der erste Wechsel hat noch keine Auswirkungen auf die Förderungsart. Das heißt, die Förderung setzt sich weiterhin aus dem staatlichen Zuschuss und dem zinslosen Darlehen zusammen. Wenn Sie allerdings öfter das Studienfach wechseln, kann das dazu führen, dass die Förderung nur noch als Bankdarlehen mit Zinsen gewährt wird.

Gilt das BAföG auch für ein Auslandssemester?

Wenn Sie im Inland Anspruch auf BAföG haben, können Sie auch Auslands-BAföG beantragen. Wenn Ihre Eltern zu viel für Inlands-BAföG verdienen, kann sich ein Antrag trotzdem lohnen, weil die Grenzwerte für das Ausland höher sind.

Wann muss man das Geld zurückzahlen?

Die eine Hälfte der BAföG-Förderung ist ein staatlicher Zuschuss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Die Rückzahlung des Darlehens beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer und ist auf maximal 10.000 Euro begrenzt. Sie können das Darlehen auch in Raten zurückzahlen.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf studienwahl.de in unserem Artikel zum BAföG.

Reportage Stipendium

Studium mit Unterstützung

Paul Harder (33) studiert Medizin an der Charité in Berlin. Sein Studium finanziert er unter anderem über ein Stipendium.

Paul Harder.

Paul Harder

Foto: Privat

„Zu Beginn meines Studiums habe ich nebenbei gearbeitet, um meine Frau, die für das Familieneinkommen zuständig ist, zu entlasten“, berichtet der Student, der auch zweifacher Vater ist. „Aber schnell war klar, dass ein Medizinstudium nur in Vollzeit möglich ist. Für einen Nebenjob bleibt da keine Zeit.“ Vor seinem Studium war Paul Harder im Einzelhandel tätig und engagierte sich in der Gewerkschaft Verdi. Eine Mitarbeiterin der Gewerkschaft schlug ihn bei der Hans-Böckler-Stiftung für ein Stipendium vor. „Ich wurde zu einem Gespräch mit einer Vertrauensdozentin eingeladen, die anschließend ein Gutachten erstellte, warum sie mich für förderwürdig erachtet“, erklärt der 33-Jährige. Ausschlaggebend für eine Zusage waren sein familiärer Hintergrund (Paul Harder ist Migrant und stammt aus einer Arbeiterfamilie), die Studieneignung und das gesellschaftspolitische Engagement, das er unter anderem durch seine Gewerkschaftsarbeit nachweisen konnte.

Finanzielle Unterstützung und Seminare

Seit dem dritten Semester erhält der Medizinstudent nun monatlich ein Stipendium in Höhe der BAföG-Zahlungen, die ihm zustehen würden, plus 300 Euro Studienkostenpauschale. „Das reicht für mein Studium vollkommen aus“, sagt Paul Harder. Hinzu kommen einige Aktivitäten: Die Stipendiaten werden regelmäßig zu Seminaren eingeladen, bei denen sie sich Schlüsselqualifikationen für das Studium und die Bewerbungsphase danach aneignen können. Stipendiaten ähnlicher Fachrichtungen bearbeiten auf Treffen gemeinsame Themen, oder sie gehen zusammen auf Reisen. „Aus Zeitgründen kann ich gar nicht alle Angebote wahrnehmen – das wird aber auch nicht erwartet“, erklärt Paul Harder.

Jedes Semester muss er einen Bericht über Noten, Studienverlauf und -planung sowie sein gesellschaftliches Engagement abliefern. Alle drei Semester stellt er einen Antrag zur Weiterförderung und geht zu erneuten Gutachtergesprächen. Mittlerweile ist er im zehnten Semester. Er rechnet damit, auch in seinem praktischen Jahr, das Teil des Medizinstudiums ist, weiter unterstützt zu werden. Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit.

Paul Harders Tipp für Studierende, die sich ebenfalls für ein Stipendium interessieren: „Man sollte sich frühzeitig mit den Zielen einer Stiftung auseinandersetzen, um zu schauen, ob man sich damit identifizieren kann. Wenn dem so ist, braucht man ein knappes Jahr Vorlaufzeit, bis ein Stipendium genehmigt ist.“

Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf studienwahl.de in unserem Artikel zum Thema Stipendien. Dort finden Sie auch Adressen und Links zu den Begabtenförderungswerken.

Reportage studentische Hilfskraft

Minijob in der Forschung

Veronika Fritz studiert Biologie in Köln und arbeitet nebenbei als studentische Hilfskraft an der Uniklinik.

Veronika Fritz.

Veronika Fritz

Foto: Privat

Bis vor kurzem hatte Veronika Fritz gekellnert, um neben ihrem Studium Geld zu verdienen. „Ich bin aber mittlerweile im fünften Fachsemester meines Biologiestudiums. So langsam habe ich also etwas Ahnung von der Materie, sodass ich mir nun auch zugetraut habe, mich auf einen fachnahen Job zu bewerben“, erklärt die 21-Jährige. Über einen Aushang in der Fachschaft an der Uni wurde sie auf eine Stelle für eine studentische Hilfskraft an der Uniklinik in Köln aufmerksam. Gesucht wurde ein/-e Studierende/-r der Biologie oder der Neurowissenschaften.

Nach der Bewerbung durchlief sie ein Vorstellungsgespräch und arbeitete kurz auf Probe in der Abteilung, um zu zeigen, dass sie genügend Fachwissen mitbringt, bevor sie die Zusage erhielt. Seit ein paar Monaten arbeitet Veronika Fritz nun in der Neurologie-Abteilung der Uniklinik und ist dort für das Gewebe von Mäusegehirnen zuständig, an denen Versuche durchgeführt werden. „Ich schneide das Rückenmark, färbe es, mikroskopiere es und friere es dann für die weitere Bearbeitung ein“, erklärt die Studentin. „Das Thema Neurologie wird zwar erst ab diesem Semester Bestandteil meines Studiums sein, aber ich interessiere mich schon länger für diesen Bereich und könnte mir auch vorstellen, später zum Beispiel in der klinischen Neurologie zu arbeiten.“

Freie Zeiteinteilung

Zwölf Stunden pro Woche ist Veronika Fritz in der Uniklinik beschäftigt. Die Arbeitszeit kann sie sich selber einteilen, was ihr für die Organisation des Stundenplans natürlich sehr entgegenkommt. Mit ihrem Verdienst hat sie einen Minijob für maximal 450 Euro im Monat. „Mehr als das könnte ich neben dem Vollzeitstudium auch gar nicht schaffen“, glaubt die Studentin. Daher hat sie auch keine weitere Einnahmequelle. „Da ich noch zu Hause bei meinen Eltern wohne und deshalb keine Mietkosten habe, reicht mir der Nebenverdienst zum Leben vollkommen aus.“ Studierenden, die ebenfalls einen Job suchen, der fachlich nah an ihrem Studienfach liegt, rät sie, zum Beispiel in den Jobbörsen im Internet nach Angeboten zu schauen. „Manche Fachschaften geben auch Newsletter mit freien Stellen heraus. Das kann sich wirklich lohnen“, weiß sie. Auch die Schwarzen Bretter an den Fachbereichen bieten immer wieder interessante Nebenjobangebote, wie das Beispiel von Veronika Fritz zeigt.

Weitere Informationen, vor allem rechtliche Hintergründe, erhalten Sie auf studienwahl.de in unserem Artikel zum Thema Nebenjobs.

Weitere Informationen

studienwahl.de
Rubrik „Leben und Wohnen“
www.studienwahl.de/de/chleben_und_wohnen.htm

abi>>
studium > Finanzen
www.abi.de/studium/finanzen.htm

Deutsches Studentenwerk e.V.
www.studentenwerke.de

Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks
www.sozialerhebung.de

CHE-Studienkredit-Test 2018 (PDF)
www.che.de/downloads/CHE_AP_210_Studienkredit_Test_2018.pdf

Informationen zum BAföG
www.bafög.de

Stipendienlotse
www.stipendienlotse.de

Hinweis: Links in älteren Themen des Monats werden nicht aktualisiert.

Drucken Versenden
Nach obenNach oben
Signet Finder
Geprüft von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
Bedienungshinweis
18284
Studiengänge
442
Hochschulen
Erweiterte Suche Deutschlandkarte Bedienungshinweis
Suchergebnisfenster schließen
Treffervorschau
Studiengängez.B.:
Buchinhalte:
Aktuelle Beiträge: