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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Ein junger Lehrer steht vor seiner Tafelanschrift mit einem Buch in der Hand und erklärt seinen Schülerinnen und Schülern einen Sachverhalt.
Für das Lehramt braucht es Freude am Umgang mit jungen Menschen sowie ein intensives Interesse am Fach. Foto: Frank Pieth

Überall anders: Lehramtsstudium

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Catrina Mauersberger bereitet sich an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg auf das Lehramt an Grund- und Hauptschulen vor. „Es hat mich gereizt, einen Beruf zu ergreifen, in dem ich mit Menschen umgehen kann. Außerdem mag ich Kinder“, sagt die 22-Jährige. Als Hauptfach hat sie Deutsch, als weitere Fächer Mathematik und Chemie gewählt. Auch wenn sie sich für die Arbeit an zwei Schulformen qualifiziert, musste sich Catrina Mauersberger für einen Schwerpunkt entscheiden. Ihre Wahl ist auf die Grundschule gefallen. Die Erwartungen an das Studium haben sich für die Studentin, die im fünften Semester ist, erfüllt. „Besonders in den pädagogischen Fächern gibt es viele interessante Studieninhalte“, meint sie. Abschließen wird sie das Studium mit der ersten Staatsprüfung.

Würde Catrina Mauersberger nicht in Baden-Württemberg, sondern beispielsweise in Rheinland-Pfalz Grundschullehrerin werden wollen, so würde sie neben Deutsch und Mathe noch Bildungswissenschaften studieren. Erst ab dem fünften Semester könnte sie sich dann für den Schwerpunkt Grundschule entscheiden und würde ihr Studium mit einem Bachelor abschließen. Um dann später als Lehrerin arbeiten zu können, müsste sie noch einen lehramtsbezogenen Masterstudiengang anschließen. Und in Berlin könnte sie sich gar nicht fürs Grundschullehramt entscheiden, sondern müsste für das „Amt des Lehrers“ studieren, mit dem die Lehrbefähigung für die Klassen eins bis zehn erworben wird.

Unterschiedliche Schularten, unterschiedliche Lehrerausbildungen

Weshalb das Ganze so kompliziert ist: Bildung ist in Deutschland Ländersache. Und das führt dazu, dass jedes Bundesland nicht nur eigene Schularten hat, sondern auch selbst festlegt, wie die Lehrer für diese unterschiedlichen Schularten ausgebildet werden. Gemeinsam ist allen angehenden Lehrern in Deutschland nur, dass sie sich für mindestens zwei Fächer entscheiden müssen, die sie später unterrichten wollen, und dass nach dem Studium eine Vorbereitungszeit, das sogenannte Referendariat, folgt. Wie lange dieser Vorbereitungsdienst dauert, hängt wieder vom Bundesland ab, manchmal sind es zwei Jahre, manchmal 18 oder auch nur 12 Monate. Durch Hospitationen, eigenständigen Unterricht und Lehrproben werden in dieser Zeit die Fertigkeiten für den Lehrerberuf trainiert. Neben der praktischen Tätigkeit in der Schule besuchen Referendare und Referendarinnen auch Seminare, um didaktische und pädagogische Kenntnisse zu vertiefen. Voraussetzung für das Referendariat ist entweder das erste Staatsexamen oder ein entsprechender Masterabschluss (Master of Education).

Diese Unterschiede in der Lehrerausbildung haben dann Folgen, wenn man nach dem Studium oder Referendariat das Bundesland wechseln möchte. „Die Wahl von drei Fächern anstatt nur von zwei trägt zur Mobilität bei. Wichtig hierbei ist es, mindestens ein Kernfach wie Deutsch oder Mathematik dabei zu haben und auf Fächerkombinationen ohne Kernfach wie beispielsweise Sport plus Religion oder Wirtschaft plus Geografie zu verzichten. Auch die Wahl von Mangelfächern wie Mathematik, Physik oder Latein macht es leichter, das Bundesland zu wechseln“, rät Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL). Die meisten Länder schreiben allerdings sowieso bestimmte Fächerkombinationen im Lehramt vor, die spätestens für den Zugang zum Referendariat verbindlich sind.

Eignung

Bin ich ein Lehrertyp?

Lehrer/in ist ein Beruf, von dem Schülerinnen und Schüler sehr konkrete Vorstellungen haben. Kein Wunder, treffen sie doch jeden Tag mehrere in der Schule. Aber oft stimmen die Vorstellungen nicht mit der Realität des Lehrer-Daseins überein, und so sind einige motivierte Lehramtsstudierende ernüchtert, wenn sie das erste Mal vor einer Klasse stehen. Damit das nicht passiert, helfen sogenannte Self-Assesements und praktische Erfahrungen im Vorfeld.

„Ein Praktikum trägt dazu bei, Schule nicht nur aus der Schülerperspektive zu erleben, sondern ein Gefühl für die didaktischen und pädagogischen Anforderungen der Lehrerrolle zu bekommen“, sagt Berit Grautmann, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur in Frankfurt am Main. „Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Jugendbereich oder ein Nachhilfejob helfen, die eigene Befähigung zu überprüfen.“

Wesentliche Eigenschaften, die eine angehende Lehrkraft benötigt, sind aus Sicht der Berufsberaterin Einfühlungsvermögen, Geduld und Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen. „Eine Lehrkraft sollte die Bereitschaft mitbringen, sich in neue Unterrichtsmethoden einzuarbeiten und wissbegierig sein“, meint Berit Grautmann. Nach einigen Jahren im Lehrerjob könne der Berufsalltag auch eintönig werden – insbesondere dann, wenn die zu vermittelnden Inhalte sich nicht verändern. „Es kommt darauf an, die Freude am Unterrichten zu behalten.“ Ferner solle man eine gewisse Stressresistenz mitbringen, denn Schülerinnen und Schüler sind nicht immer brav und aufmerksam. „Und man darf nicht vergessen, dass man im Berufsalltag mit vielen unterschiedlichen Anforderungen konfrontiert wird, beispielsweise der Korrektur von Klassenarbeiten, der Vorbereitung eines Elternabends oder eines Klassenausflugs“, sagt die Berufsberaterin.

Gewachsene Ansprüche

„Der Lehrerberuf ist facettenreich und anspruchsvoll“, betont auch Walburga Wolters von der Studienberatung der Universität Köln. „Er erfordert eine Reihe verschiedener Kompetenzen – angefangen beim Erziehen und Fördern, über das Bewerten bis hin zum Schulmanagement. Die Ansprüche an den Beruf sind in den vergangenen Jahren gewachsen. Schulen haben heute mehr Autonomie. Jede Schule muss für sich ein eignes Programm und Leitbild erstellen.“ Auch Organisationsfähigkeit kann im komplexen Schulalltag helfen: „Lehrkräfte organisieren zum Beispiel auch Projektwochen oder Veranstaltungen, die innerhalb der Schule koordiniert werden müssen.“

Eine Grundschullehrerin schreibt an die Tafel.

Foto: Christof Stache

Eine Selbstüberprüfung der Eignung vor dem Studienbeginn werde deshalb immer wichtiger, glaubt die Studienberaterin. Das sehen auch Bildungspolitiker so. Baden-Württemberg zum Beispiel hat ab dem kommenden Wintersemester 2011/12 alle, die sich für einen Lehramtsstudienplatz bewerben, dazu verpflichtet, ein Self-Assessment zum Lehrerberuf zu absolvieren. Mit dem Career Counselling for Teachers (CCT) kann jeder herausfinden, in welchen Bereichen bezogen auf die Anforderungen des Lehrerberufs die eigenen Schwächen und Stärken liegen und kann so seine Eignung für den Lehrerberuf überprüfen.

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen dagegen ist ein 20-tägiges Eignungspraktikum für alle Pflicht, die in einen Lehramtsstudiengang starten wollen. Studieninteressierte sollen so die Chance bekommen, besser zu beurteilen, welche persönlichen Voraussetzungen sie für den Lehrerberuf bereits mitbringen und welche sie noch erwerben müssen.

Eine ideale Lehrerpersönlichkeit gibt es zwar nicht, dennoch helfen die verschiedenen Testverfahren und Praktika dabei, herauszufinden, über welche für den Beruf notwendigen Eigenschaften man verfügt. Man kann seine Entscheidung überprüfen und sie gegebenenfalls auch noch revidieren, sollte man feststellen, dass der Lehrerberuf doch nicht das Richtige ist. Eines steht nämlich fest: „Die Entscheidung für ein Lehramtsstudium sollte keine Notlösung sein“, sagt Berufsberaterin Berit Grautmann.

Entscheidungshilfe

Welche Fächer, welche Schulart?

Lehramt ist nicht gleich Lehramt. Wer Lehrer/in werden möchte, sollte sich deshalb zwei wichtige Fragen stellen: Welche Fächer sollen es sein? Und an welcher Schulform möchte ich unterrichten?

„Bei der Wahl der Fächer können sich Studieninteressierte an den eigenen Lieblingsfächern und Leistungskursen orientieren“, sagt Berit Grautmann, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur in Frankfurt. „Viele scheuen davor zurück, Mathematik oder eine Naturwissenschaft zu wählen, weil sie glauben, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen sind. Um einen realistischen Eindruck zu bekommen, empfiehlt es sich deshalb, einen Blick in die Modulhandbücher zu werfen, die die Hochschulen in der Regel auf ihren Websites veröffentlichen.“ Eine gute Informationsmöglichkeit bieten auch die Infoveranstaltungen der Hochschulen und der Berufsberatungen der Agenturen für Arbeit.

Sinnvoll ist es außerdem, sich bei der Wahl der Fächerkombination vorab mit den Prognosen hinsichtlich des Lehrerbedarfs in dem Bundesland, in dem man gerne arbeiten möchte, zu beschäftigen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise bestehen zurzeit für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik, aber auch für Kunst und Informatik für Haupt-, Real- und Gesamtschulen laut Prognose des Ministeriums für Schule und Weiterbildung sehr gute bis hervorragende Einstellungschancen. Mehr Lehrkräfte als gebraucht werden gibt es dort dagegen beispielsweise in Biologie oder Geschichte. Bestimmte Fächer wie etwa Physik oder auch die beruflichen Fachrichtungen im technischen Bereich sind in nahezu allen Bundesländern gefragt und ermöglichen meist ohne lästige Wartezeiten den Einstieg in das Referendariat und den Schuldienst.

Grundschule oder Gymnasium?

Auch bei der Wahl der Schulart sollten die eigenen Vorlieben im Vordergrund stehen. „Wer starke sozialpädagogische Neigungen verspürt und keine Scheu davor hat, schwierige Schüler und Schülerinnen zu unterrichten, kann sich für das Lehramt an einer Hauptschule entscheiden. Wem es stark darum geht, Wissen zu vermitteln, für den ist das Gymnasium die Schulform der Wahl. Auch die vielfältigen Berufsschulen kommen hier in Frage. Und wer gern mit Kindern umgeht und vorrangig pädagogisch arbeiten möchte, für den kommt die Grundschule in Frage“, rät die Berufsberaterin.

Zu beachten ist auch, dass sich die Studiengänge zu den speziellen Schulformen formal unterscheiden. Nicht in allen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, ausschließlich auf das Grundschullehramt zu studieren, da das Studium manchmal mit dem Lehramt für Hauptschulen oder mit dem Lehramt für Haupt- und Realschulen verbunden ist.

Interview

Extrovertiert und aufgeschlossen

Josef Kraus ist der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL). Mit studienwahl.de sprach er über die Eigenschaften, die eine gute Lehrkraft ausmachen.

Herr Kraus, Welche persönlichen Eigenschaften sind wichtig für den Lehrerberuf?

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: Josef Kraus

Foto: Privat

Josef Kraus: Um Lehrer zu werden, sollte man ein aufgeschlossener und extrovertierter Mensch sein. Auch ein stabiles Nervensystem ist wichtig. Das gilt genauso für den Umgang mit 14-Jährigen in der Pubertät wie für das Unterrichten von Achtjährigen. Zudem brauchen junge Leute, die sich für diesen Beruf entscheiden, eine gleichermaßen idealistische und realistische Einstellung dazu, denn als Lehrer kann man die Gesellschaft mitgestalten, aber nicht umkrempeln. Es bringt aber wenig, den Anspruch zu haben, dass man alles besser machen kann als alle Pädagogen zuvor.

Und wie findet man heraus, ob man für den Beruf geeignet ist?

Josef Kraus: Bevor man sich für ein entsprechendes Studium entscheidet, sollte man sich selbstkritisch prüfen, ob man diese Eigenschaften mitbringt und das Gespräch mit Lehrern auch außerhalb der Schule, die man selbst als Schüler kennt, suchen. Selbsttests sind bei der Studienwahl hilfreich, ersetzen aber nicht die persönliche Beratung.

Was zeichnet eine gute Lehrkraft aus?

Josef Kraus: Auch wenn es sich pathetisch anhört – als Lehrer braucht man zwei „Lieben“: Zum einen Freude am Umgang mit jungen Menschen, zum anderen ein intensives Interesse am Fach. Besonders für die Arbeit an berufsbildenden Schulen und Gymnasien muss man sich hochkarätig qualifizieren und seine Fächer souverän beherrschen. Wer dieses fundierte Wissen nicht mitbringt, hat schon verloren.

Arbeitsmarktchancen

Gefragt: Lehrkräfte für Hauptschulen und berufliche Schulen

Wie die Arbeitsmarktchancen nach einem Lehramtsstudium sind, hängt nicht nur von der Bevölkerungsentwicklung und öffentlichen Haushalten, sondern auch von der gewählten Fächerkombination und Schulart ab.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 800.000 aktive Lehrer und Lehrerinnen. Gut 190.000 davon unterrichten laut Statistischem Bundesamt an Gymnasien, noch mal so viele an Grundschulen. Rund zwei Drittel der Lehrer/innen sind verbeamtet, der Rest ist angestellt.

Laut Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit gab es im Schuljahr 2009/10 an den öffentlichen Schulen einen Zuwachs an Lehrpersonal, allerdings hat sich der kontinuierliche Abbau der Lehrerarbeitslosigkeit 2010 nicht weiter fortgesetzt. „Offensichtlich führten steigende Absolventenzahlen dazu, dass die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte insgesamt anstieg“, sagt Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Die Situation sei jedoch je nach Bundesland, Schulform und Schulfach sehr unterschiedlich. „Während sich in einigen Bereichen zurzeit ein Lehrermangel abzeichnet, bestehen in anderen Überkapazitäten. Insgesamt zeichnet sich etwa ein Mangel an Lehrern für Haupt- und Berufsschulen ab, während an Gymnasial- und Grundschullehrern eher ein Überangebot besteht. Nach Fachrichtungen betrachtet, fehlen zurzeit insbesondere Lehrkräfte für Mathematik und Naturwissenschaften. Für die Fächer Deutsch, Geschichte und Fremdsprachen ist ein Angebotsüberhang wahrscheinlich“, meint die Arbeitsmarktexpertin.

Bei der Studienwahl wird häufig die Option Lehramt für berufsbildende Schulen übersehen. „Dabei machen die berufsbildenden Schulen innerhalb des Bildungssystem einen beachtlichen Sektor aus“, erklärt Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL). „Bedarf an Lehrkräften besteht unter anderem für Fächer wie Elektrotechnik, Metalltechnik, Informatik und die kaufmännischen Fächer.“

Genaue Informationen zum Lehrerbedarf gibt es auf den Webseiten
der einzelnen Bundesländer:

Übersicht

Die Ausbildung in den Bundesländern

Bildung ist Ländersache. Deswegen unterscheidet sich die Lehrerausbildung von Bundesland zu Bundesland.

In Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Hamburg beispielsweise sind die Studienangebote inzwischen auf das Bachelor-Mastersystem umgestellt, in Mecklenburg-Vorpommern etwa ist dies nicht der Fall. Hier endet das Lehramtsstudium – wie in den meisten anderen Bundesländern – noch mit einer staatlichen Prüfung.

Wie das Studium in den einzelnen Bundesländern aufgebaut ist, für welche Schularten ausgebildet wird und welche Fächer angeboten werden, erfahren Sie ausführlich im Überblick über die Lehrämter. Hier sind geprüfte und umfassende Informationen zur Situation in den einzelnen Bundesländern hinterlegt.

Self-Assessment

Eignung auf dem Prüfstand

Simon König hat sich an der Pädagogischen Hochschule Weingarten um einen Studienplatz für das Lehramt an Realschulen beworben. Zuvor hat er an einem Selbsttest teilgenommen.

Ab dem Wintersemester 2011/12 ist dieser Selbsttest für alle Bewerber um einen Studienplatz für das Lehramt in Baden-Württemberg verbindlich. „Viele Fragen des Tests führen vor Augen, was es bedeutet, Lehrer zu sein“, erinnert sich der 23-jährige Techniker im Karosseriebau. Zwanzig Minuten hat er für den Online-Test gebraucht. „Wie gern denken Sie sich Übungsaufgaben aus?“ „Wie gern erklären Sie Schülern einen Sachverhalt?“ Oder: „Wie gern integrieren Sie Kinder aus anderen Kulturen in die Klasse?“ So lauteten einige der Fragen, die die täglichen Anforderungen im Berufsalltag deutlich machen.

Auch Eigenschaften, die eine Lehrkraft im Beruf braucht, wurden anhand einer Selbsteinschätzung abgefragt, ebenso Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Simon König hat bereits als Jugendgruppenleiter ehrenamtlich gearbeitet: „Mir ist klar, dass der Lehrerjob auch stressig werden kann“, räumt er ein. Als Fächerkombination hat er sich jetzt für Deutsch, Geschichte und Technik als Wahlpflichtfach entschieden. „Wäre der Test negativ ausgefallen, hätte ich mir sicher überlegt, ob ich wirklich Lehrer werden will“, sagt er.

Referendarin

Unterrichten und hospitieren

Jasmin Stoll hat vor wenigen Monaten ihren Vorbereitungsdienst an einer Potsdamer Gesamtschule begonnen. Nach ihrem Master of Education ist sie somit in die nächste Phase der Ausbildung gestartet.

Das rosarote Federmäppchen eines Grundschülers/einer Grundschülerin.

Foto: Christof Stache

Die 28-Jährige unterrichtet die Fächer Deutsch und Wirtschaft-Arbeit-Technik, kurz WAT, genannt. Insgesamt zwölf Stunden verbringt sie wöchentlich an der Schule: „Zu Beginn des Referendariats waren es vier Stunden, die ich selbst unterrichtet habe. Nach den Sommerferien werden es acht Unterrichtsstunden sein“, erzählt sie. In der übrigen Zeit kann sie im Unterricht anderer Lehrkräfte hospitieren. Während des Referendariats wird sie von Mentoren betreut und muss in verschiedenen Lehrproben zeigen, was sie schon gelernt hat.

„Der Umgang mit schwierigen Schülern gelingt mir ganz gut“, sagt Jasmin Stoll. „In der Unterrichtsvorbereitung muss ich allerdings noch Routine gewinnen.“ An einem Tag sowie einem Nachmittag in der Woche besucht sie zudem Seminare am Landesinstitut für Lehrerbildung in Potsdam, wo sich die Lehramtsanwärter mit allgemeinen pädagogischen sowie fachdidaktischen Fragen befassen. Nach dem Vorbereitungsdienst, der in Brandenburg eineinhalb Jahre dauert, erfüllt Jasmin Stoll die Voraussetzung für einen Einstellung in den staatlichen Schuldienst und hofft auf eine Stelle.

Eignungspraktikum

Bessere Selbsteinschätzung

Andreas Roske hat vor seinem Studium ein vierwöchiges Eignungspraktikum an einer Kölner Realschule absolviert.

Dabei konnte er im Unterricht von zwei Mathelehrern sowie zwei Sozialwissenschafts-Lehrkräften hospitieren. Der 21-Jährige durfte aber auch selbst zwei Unterrichtsstunden halten, eine davon im Matheunterricht: „Klar testen die Schüler und Schülerinnen aus, wie weit sie gehen können. Aber es war ein gutes Gefühl, zu erleben, dass ich solche Situationen geregelt kriege und die Ruhe bewahre“, sagt er.

Vor und nach seinem ersten Unterricht bekam er viele Tipps, wie er ihn gestalten kann. Mit der Lehrkraft, die ihn während des Praktikums betreut hat, führte er einmal pro Woche ein Gespräch darüber, was er im Unterricht beobachtet hat. Wichtigste Erfahrung aus dem Praktikum: „Ich konnte einen Perspektivwechsel vollziehen – weg von der Sicht des Schülern hin zur Lehrerolle und der Verantwortung, die damit verbunden ist“, meint Andreas Roske.

Das Praktikum hat ihn in seinem Studienwunsch bestärkt. Inzwischen studiert an der Bergischen Universität Wuppertal im zweiten Semester Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen mit den Fächern Mathematik und Sozialwissenschaften.

Weitere Informationen

Deutscher Lehrerverband
www.lehrerverband.de

Verband Bildung und Erziehung
www.vbe.de

dbb beamtenbund und tarifunion
www.dbb.de/themen/themenartikel/l/lehrerbildung

Berufswunsch Lehrer
www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=5721

Wie werde ich Lehrer?
www.abi.de/studium/studiengaenge/lehramt.htm?zg=schueler

 

Selbsterkungs- und Orientierungstests:

Selbsterkundungsprogramm "SeLF"
des Münchener Zentrums für Lehrerbildung der Ludwig-Maximilian-Universität
www.self.mzl.lmu.de

Self-Assessment-Test zum Lehramtsstudium
des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
www.bw-cct.de/selbsttest.php

Self-Assessment-Test zum Lehramtsstudium
des Career Counselling for Teachers
www.cct-germany.de/de/1/pages/index/39

OSA Studieren auf Lehramt der FU Berlin
www.osa.fu-berlin.de/lehramt/start/startseite/index.html

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