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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Autos und Werbeplakate in New York.
Nordamerika und vor allem die USA sind bei Studierenden sehr beliebt. Das liegt unter anderem an der guten Betreuung an den Hochschulen und dem American Way of Life. Foto: Martin Rehm

USA und Kanada Studieren in Nordamerika

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Wer an die USA denkt, hat das quirlige New York vor Augen, das beeindruckende Panorama des Grand Canyon oder die kalifornische Sonne in Hollywood. Die Südstaaten, der Mississippi oder die Sümpfe Louisianas kommen wohl den wenigsten zuerst in den Sinn. Aber genau das hat Nathalie Schneider fasziniert: „Ich wusste so wenig über diese Region und wollte mehr darüber erfahren“, erklärt sie ihre Motivation, das Mississippi College in Clinton für ihre beiden Auslandssemester zu wählen.

Foto von Nathalie Schneider.

Nathalie Schneider

Foto: Privat

Die 22-Jährige studiert Englisch und Geographie auf Lehramt an der Universität Mainz und wechselt gerade in den Masterstudiengang. Verpflichtender Teil ihres Bachelorstudiums war ein mindestens dreimonatiger Aufenthalt im englischsprachigen Ausland. Dass sie ein ganzes Jahr dort verbrachte, hat zwei Gründe: Zum einen war das Stipendium ihrer Hochschule auf zwei Semester ausgelegt, zum anderen wollte sie bewusst ein ganzes Jahr weg sein: „In drei Monaten kommt man nicht richtig an einem Ort an. Ich wollte die Region, Land und Leute richtig kennenlernen, in die amerikanische Kultur eintauchen und Bräuche wie Ostern und Weihnachten miterleben.“

Laut dem aktuellen Bericht „Wissenschaft weltoffen 2016“ des Deutschen Zentrums Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) waren im Jahr 2015 insgesamt 13 Prozent der Studierenden, die im Rahmen ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt absolvierten, in Nordamerika. Die meisten von ihnen verbrachten wie Nathalie Schneider ein oder zwei Semester in den USA. „Viele Studierende möchten neue akademische, fachbezogene und persönliche Erfahrungen sammeln, dazu gehört auch der Wunsch die Sprachkenntnisse zu vertiefen und die beruflichen Chancen zu verbessern“, weiß Gabriele Knieps, Leiterin des Referats Stipendienprogramme Nordamerika des DAAD. Klaus Münstermann, Berater für Akademische Berufe bei der Zentralen Auslandsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit, kennt weitere Beweggründe: „Die Betreuung an den Hochschulen ist oft intensiver als in Deutschland, die Hochschulen sind meist gut ausgestattet, und natürlich ist das Studierendenleben auf dem Campus, der American Way of Life, interessant“.

Das nordamerikanische Hochschulsystem

In Kanada und den USA gibt es für Studierende aus Deutschland vor allem zwei interessante Hochschultypen: zum einen die Colleges, die Bachelorabschlüsse vergeben, zum anderen die Universities und Institutes of Technology, die Bachelor-und Masterstudiengänge anbieten. Sie heben sich auch durch einen stärkeren Forschungsbezug von den Colleges ab.

Foto von Klaus Münstermann.

Klaus Münstermann

Foto: Privat

Zusätzlich dazu gibt es die Community Colleges. „Sie sind eher technisch ausgerichtet und haben einen starken Bezug zur Arbeitswelt“, erklärt Klaus Münstermann. Innerhalb von zwei Jahren erhalten Studierende Abschlüsse unterhalb des Bachelor, zum Beispiel Certificates oder Diplomas. In Deutschland sind diese Abschlüsse nicht anerkannt. Allerdings ist es möglich, Studienleistungen auf ein nordamerikanisches Bachelorstudium zu übertragen.

Bei der Hochschulwahl ist es vor allem wichtig, eine akkreditierte Hochschule zu finden, damit Studienleistungen oder gar Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden können. Die International Offices der deutschen Hochschulen helfen bei Recherche und Auswahl. „Am einfachsten ist es, nach Kooperationsvereinbarungen mit der eigenen Hochschule zu schauen“, rät Gabriele Knieps. „Es gibt dann oft Ermäßigungen bei den Studiengebühren, und auch die Anrechnung von Studienleistungen ist in der Regel gewährleistet.“ Wer sein ganzes Studium in Nordamerika verbringen will, sollte sich bei der Auswahl der Hochschule vorab sehr gut informieren. „Man kann zum Beispiel über die Plattform Anabin der Kultusministerkonferenz (KMK) nachforschen, ob die Abschlüsse der Hochschule in Deutschland anerkannt werden können“, empfiehlt Klaus Münstermann.

Zweistufiges Studiensystem

Foto von Gabriele Knieps.

Gabriele Knieps

Foto: Privat

Das Studiensystem in Nordamerika ist zweistufig aufgebaut: „Das Bachelorstudium dauert vier Jahre. Dabei wird in den ersten zwei Jahren stark auf Allgemeinbildung gesetzt“, erklärt Gabriele Knieps. Erst im dritten und vierten Studienjahr belegen nordamerikanische Studierende ihr Wunschfach, den Major, und weitere Nebenfächer. „Eine Spezialisierung erfolgt oft erst im Masterstudium“, ergänzt Klaus Münstermann. Deutsche Studierende, die für ein oder zwei Semester nach Nordamerika kommen, müssen sich aber nicht für einen Major entscheiden, sondern wählen aus dem gesamten Fächerangebot passende Kurse aus. Oft ist das sogar schon für die Bewerbung nötig.

„Das amerikanische Studiensystem ist insgesamt verschulter als in Deutschland“, erklärt Klaus Münstermann. Das kann auch Studentin Nathalie Schneider bestätigen: „Es gibt in allen Kursen Anwesenheitspflicht, außerdem Tests, Zwischenprüfungen und Abgaben im laufendem Semester.“ So erarbeiten sich die Studierenden immer wieder einen Teil der Note und können damit leichter ein mögliches schlechtes Ergebnis ausgleichen.

Vereinigte Staaten von Amerika

Hauptstadt: Washington D.C.
Landessprache: Englisch
Einwohner: 321,7 Mio. (Juli 2015)
Studierende: 20,2 Mio. (2015)
Universitäten/Colleges: ca. 4.000
Kooperationen mit dt. Hochschulen: 2.229

Teures Studium

Der wohl auffälligste Unterschied zwischen dem Studium in Nordamerika und dem in Deutschland sind die Kosten. Ein Studium in Nordamerika ist sehr teuer. Alle Hochschulen verlangen Studiengebühren, die sich auf bis zu 50.000 Dollar pro Studienjahr belaufen können. Laut den Angaben von College Board, einer Bildungsorganisation in den USA, liegen die Studiengebühren im Schnitt bei 23.000 Dollar an staatlichen Hochschulen bzw. über 31.000 Dollar an privaten Hochschulen. Je nach Hochschultyp, Region und Land sind sie unterschiedlich hoch – in Kanada tendenziell niedriger als in den USA. Auf deutsche Studierende kommen aber noch weitere Kosten zu, auch wenn sie von den Studiengebühren befreit sind: Flüge, Krankenversicherung, Visum und Bücher (weitere Infos dazu im Interview).

Eine Möglichkeit, das teure Studium zu finanzieren, sind Stipendien: „Studierende können sich bei der eigenen Hochschule, dem DAAD, der Fulbright Kommission und auch der Zielhochschule informieren“, erklärt Gabriele Knieps. Die Hochschulen in Nordamerika fördern etwa besonders gute oder besonders sportliche Studierende mit hochschuleigenen Mitteln. „Vor allem für Masterstudierende sind auch Lehrvereinbarungen interessant“, sagt sie. Studierende unterrichten dann zum Beispiel an der nordamerikanischen Hochschule Deutsch und profitieren so von vergünstigten Studiengebühren. Weitere Möglichkeiten, sein Studium zu finanzieren, sind Studienkredite und Auslands-BAföG. „Das ist auch etwas für Studierende, die in Deutschland kein BAföG erhalten, weil die Voraussetzungen andere sind“, weiß Gabriele Knieps.

Nathalie Schneiders Stipendium finanzierte die Studiengebühren, ihr Doppelzimmer in einem Studentenwohnheim auf dem Campus und das Essen in der Mensa. So blieb ihr am Ende von ihrem Ersparten noch etwas übrig, um die USA zu erkunden.

Kanada

Hauptstadt: Ottawa
Landessprachen: Englisch und Französisch
Einwohner: 34,9 Mio. (Juli 2015)
Studierende: 2,02 Mio. (2013)
Universitäten/Colleges: ca. 340
Kooperationen mit dt. Hochschulen: 592

Interview

„Eineinhalb Jahre vorher anfangen“

Nicole Sauer ist Abteilungsleiterin für die Austauschprogramme und Austauschkoordinatorin für Nordamerika und Afrika am International Office der Universität Tübingen. Im Interview erklärt sie, wie die Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt in den USA und Kanada abläuft und welche organisatorischen Schritte danach anfallen.

studienwahl.de: Frau Sauer, wie finden Studierende eine passende Hochschule in Nordamerika?

Foto von Nicole Sauer.

Nicole Sauer

Foto: Privat / Ralph Koch

Nicole Sauer: Die meisten Studierenden suchen nach Partnerhochschulen der eigenen Hochschule. Viele achten dabei auf Rankings, das allein ist aber nicht immer sinnvoll, genauso wie die Suche nach großen Namen. Wichtiger ist, dass die Hochschule zu einem passt und man sich vor Ort wohlfühlt. Wer also kleine Städte bevorzugt, sollte sich danach umsehen. Natürlich muss auch das eigene Fach an der Hochschule angeboten werden. Für BWL und Economics gibt es im Bachelor-Bereich überall ähnliche Angebote. Aber Masterstudierende zum Beispiel im Bereich Amerikanistik, die sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert haben, müssen schon intensiver suchen. Das International Office kann bei der Suche helfen, aber die Studierenden müssen auch selbst recherchieren.

studienwahl.de: Wie läuft die Bewerbung ab?

Nicole Sauer: Bei uns in Tübingen ist eine Online-Bewerbung möglich. Die Studierenden brauchen dafür einen Lebenslauf und eine Beschreibung des Studienvorhabens, beides auf Englisch. Darin müssen sie zeigen, dass sie sich zum Auslandsstudium Gedanken gemacht haben. Außerdem werden zwei Gutachten von Dozent(inn)en, eine Auflistung der bisher besuchten Lehrveranstaltungen sowie Kopien des Abitur- und gegebenenfalls Bachelorzeugnisses verlangt. Um die sprachlichen Kenntnisse nachzuweisen, müssen die Studierenden den TOEFL (Test of English as a foreign Language)  oder auch den IELTS (International English Language Testing System) absolvieren. In Kanada wird an einer französischsprachigen Hochschule der Sprachtest TFI (Test de Français International) verlangt. Aus den Bewerbungen wählen wir dann die Studierenden aus und verteilen sie auf unsere Partnerhochschulen. Die Studierenden müssen sich dort in einem zweiten Schritt auch noch  bewerben, was aber in aller Regel nur Formsache ist.

studienwahl.de: Wann sollte man mit der Bewerbung und den Vorbereitungen dafür anfangen?

Nicole Sauer: Eineinhalb Jahre vorher sollte die Vorbereitung beginnen. Die Bewerbungsfrist ist bei uns aufgrund der großen Zahl an Bewerbungen und der Bewerbungsfristen in Nordamerika sehr früh, am 1. August, um dann ein Jahr später nach Nordamerika zu gehen. Manche Hochschulen lassen Interessierten mehr Zeit, mit Fristen zum 1. Oktober oder 1. November.

studienwahl.de: Welche Kosten kommen auf Studierende zu?

Nicole Sauer: Unterkunft, Lebenshaltungskosten und Essen sind in der Regel etwas teurer als bei uns. Bücher sind ein wichtiger Kostenfaktor. Es kann sein, dass man in vier Kursen jeweils Bücher für 200 Dollar kaufen muss. Es gibt aber mittlerweile die Möglichkeit Bücher zu mieten oder gebraucht zu kaufen. Manche Hochschulen verlangen eine bestimmte US-Krankenversicherung. Es gibt aber auch andere, die eine deutsche Auslandskrankenversicherung akzeptieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass zum Beispiel der Rücktransport im Krankheits- oder Todesfall abgedeckt ist. Im Zweifel sollte man sich lieber doppelt versichern, als später auf sehr hohen Kosten sitzen zu bleiben.

studienwahl.de: Wie findet man eine Unterkunft ohne im Land zu sein?

Nicole Sauer: Es kann schwierig sein für ein Semester eine Wohnung zu finden, weil es in Amerika oft Jahresmietverträge gibt. Viele Studierende gehen deshalb in Wohnheime. Die Zimmer auf dem Campus erhält man über die Gasthochschule selbst. Im Normalfall bekommen internationale Studierende auch einen Platz. Man wohnt dann allerdings oft mit sehr jungen Studierenden in einem Zimmer zusammen und muss in vielen Fällen auch Mahlzeiten in der Mensa dazu bestellen. Das mögen viele deutsche Studierende nicht, die lieber für sich selbst kochen wollen. Viele Studierende gehen deshalb off-Campus, also in eine eigene WG oder Wohnung außerhalb des Campus. Angebote finden sie über Onlineplattformen, Facebook-Gruppen oder Anzeigen vor Ort. Ich rate davon ab, einen Mietvertrag zu unterschreiben, ohne die Wohnung gesehen zu haben. Man kümmert sich also am besten erst vor Ort darum, sollte aber vorher durchaus recherchieren.

studienwahl.de: Wann sollte man sich um das Visum kümmern?

Nicole Sauer: Sobald die Zulassung der nordamerikanischen Universität da ist, sollte man das Visum beantragen. Für die USA erhalten die Studierenden entweder das J-1 oder F-1 Visum. Einen großen Unterschied macht das aber in der Regel nicht, und die Visumskategorie wird sowieso von der US-Hochschule zugewiesen. Zusätzlich zum Online-Visumsantrag muss man in einem Generalkonsulat oder der Botschaft persönlich erscheinen. Es wird dann ein kurzes Interview etwa über die Gründe für die Reise geführt, das in aller Regel unproblematisch ist. Allerdings sollte man sich frühzeitig um einen Termin bemühen.

Double Degree in den USA

Herausforderung gesucht und gefunden

Fast ein Jahr hat Sven Kirschtowski (26) an der Milwaukee School of Engineering in den USA Maschinenbau studiert. Als er zurückkam, hatte er zwei Bachelor of Science-Abschlüsse in der Tasche: einen US-amerikanischen und einen deutschen.

Foto von Sven Kirschtowski

Sven Kirschtowski

Foto: Privat

Alle Bachelorstudierenden im Fach Maschinenbau an der FH Lübeck können sich zum dritten Semester für das Double-Degree-Programm bewerben – teilnehmen dürfen aber nur wenige. „Für mich war die Möglichkeit, einen Doppelabschluss zu absolvieren, einer der Gründe, an die FH Lübeck zu gehen“, sagt Sven Kirschtowski. Das internationale Studium dauert acht Semester. Im fünften und sechsten kommen die amerikanischen Kommilitonen nach Deutschland, der Unterricht findet dann hauptsächlich auf Englisch statt. Im letzten Studienjahr gehen die Studierenden schließlich nach Milwaukee, wo sie auch ihre Bachelorarbeit schreiben.

Die größte Hürde vor seinem Auslandsabenteuer war dabei nicht die Bewerbung mit Motivationsschreiben und Auswahlgespräch, sondern vielmehr eine Regelung der Hochschule: Alle Module der ersten sechs Semester mussten auch innerhalb dieser Zeit erfolgreich bestanden werden. „Das war schon sehr hart“, gibt Sven Kirschtowski zu. „Der Flug war bereits gebucht, aber ich wartete noch auf die Prüfungsergebnisse.“

Interdisziplinäre Kurse

An der US-Universität angekommen, blieb das Studium anspruchsvoll: „In den USA wurde viel Wert auf Hausaufgaben, Projektarbeiten und Tests gelegt“, erklärt Sven Kirschtowski. „Jede Woche gab es Deadlines. Das ist sehr zeitintensiv, aber ich wollte es auch richtig und gut machen“, sagt er. Nach den Vorlesungen und Laborpraktika hieß es also meist: vorbereiten, nachbereiten und lernen. Zusätzlich belegte er interdisziplinäre Kurse aus den Sozial- und Kommunikationswissenschaften. „Wir lernten zum Beispiel, wie man in internationalen Teams zusammenarbeitet, also worauf es ankommt, wenn man mit chinesischen oder amerikanischen Kolleg(inn)en zu tun hat“, erzählt er.

Studiengebühren musste Sven Kirschtowski nicht zahlen, günstig war seine Zeit in Milwaukee aber trotzdem nicht. Vor allem Miete, Essen und Lehrbücher waren teurer als in Deutschland. Mit Auslands-BAföG und einem Stipendium vom DAAD finanzierte er sich die beiden Semester. Dank eines Studienkredites konnte er sich noch Extras wie Reisen leisten.

Papierfaltmaschine als Bachelorarbeit

Foto von Sven Kirschtowski mit seiner Papierfaltmaschine.

Foto: Privat

Für seine Bachelorarbeit nahm er mit Kommilitonen an einem Wettbewerb teil. Aufgabe war es, eine Maschine zu entwickeln, die nacheinander drei Blätter Papier einzieht, zu kleinen Zylindern zusammendrückt und danach ausschießt. Gewertet wurde dabei nicht nur, wie weit die Papierzylinder flogen, sondern auch, wie klein die Maschine selbst war. Sein Team war erfolgreich: Im November steht die Maschine in der nächsten Runde.

„Ich habe eine Herausforderung gesucht – und auch gefunden“, sagt Sven Kirschtowski über sein Studium. „Die harte Arbeit hat sich persönlich und fachlich gelohnt. Die Erfahrung war es wert. Und ich denke, bei Unternehmen, die Wert auf Internationalität legen, kommt so ein Doppelabschluss gut an. Dadurch hebe ich mich von anderen Bewerbern ab.“ In Amerika arbeiten will er aber nicht, die Arbeitsbedingungen gefallen ihm in Deutschland besser. Jetzt steht ohnehin erst einmal das Masterstudium in Lübeck an. Dieses Mal reicht ihm auch ein einziger Abschluss.

Masterstudium in Kanada

Von der Masterarbeit zur Promotion

Friederike Nusko (24) verbrachte ein Semester ihres Masterstudiums in Amerikanistik in Kanada. An der University of Alberta in Edmonton beschäftigte sie sich vor allem mit den indigenen Völkern des Landes und fand so Inspiration für ihre Abschlussarbeit.

Foto von Friederike Nusko.

Friederike Nusko

Foto: Privat

Schon während ihres Bachelorstudiums im Fach Nordamerikastudien studierte Friederike Nusko im Ausland – auf Hawai’i. Der Aufenthalt in Kanada war damit klimatechnisch ein gewaltiger Unterschied. Edmonton ist von den fünf größten Städten Kanadas die nördlichste. Entsprechend kalt wird es im Winter. Dennoch hat die Stadt äußerst viele Sonnenstunden. „Der Himmel ist gefühlt höher, weiter und klarer als zum Beispiel in München. Es regnet dort nur selten“, schwärmt Friederike Nusko.

Der hohe Norden reizte die 24-Jährige, die an der LMU München den Masterstudiengang American History, Culture and Society studiert hat, besonders: „Ich wollte noch einmal ein neues Land kennenlernen. Man bekommt durch Auslandsaufenthalte einen ganz anderen Blick auf die Welt, eine neue Perspektive auf Kultur und Werte. Außerdem habe ich eine Inspirationsquelle für meine Abschlussarbeit gesucht – und dann auch gefunden.“

In ihrer Masterthesis untersuchte sie Indian Residential Schools und deren Einfluss auf die Identität der Schüler/-innen. Jungen und Mädchen der indigenen Völker und Stämme Kanadas mussten bis 1996 in solche Schulen gehen. „Weit weg von zu Hause wurden viele von ihnen als billige Arbeitskräfte missbraucht. Ihre Sprache, Kleidung, Kontakt zu Familie und Bräuche wurden verboten und Menschenwürde auch durch körperliche Züchtigung und Missbrauch aberkannt. Die Folge war eine Zerrüttung der Identität, eine der Hauptwurzeln der sozialen Probleme, die heute zu beobachten sind“, erläutert sie. Das Thema fand sie so spannend und bearbeitete es so gewissenhaft, dass sie jetzt nach ihrem Abschluss weiterforschen und sich in ihrer Promotion ebenfalls damit beschäftigen wird.

Wenig Freizeit

Ein Stempel in einem Reisepass.

Foto: Hans-Martin Issler

Während ihrer Zeit in Kanada belegte sie an der Universität drei Fächer. Das klingt nicht nach viel, doch ihre Auswahl hatte es in sich. „Ich habe mir Kurse mit hohem Schwierigkeitsgrad ausgesucht. Ich wollte mich selbst fordern“, erklärt sie. In einem ihrer Kurse etwa musste sie jede Woche ein 300 Seiten starkes Buch durchlesen und für die nächste Stunde vorbereiten. „Außerdem sollten die Fächer etwas mit der kanadischen Kultur und indigenen Völkern zu tun haben.“ So beschäftigte sie sich in einem anderen Kurs mit Wissenschaftstheorie und lernte, wie man mit indigenen Völkern forscht, ohne sie als Forschungsobjekt abzuwerten. Im dritten Kurs lernte sie viel über die Geschichte Edmontons anhand von öffentlich zugänglichen Orten. „Hier gab es viele Diskussionen und Referate“, erzählt sie. Bei der Auswahl der Fächer half ihr Lehrstuhl in München weiter, so konnte sie sich alle Veranstaltungen anrechnen lassen. Da die LMU eine Kooperation mit der Universität in Edmonton unterhält, musste sie zudem keine Studiengebühren zahlen.

„Ich habe einen hohen Anspruch an mich und meine Leistungen“, sagt Friederike Nusko über sich selbst. Für alle drei Fächer musste sie viel vorbereiten und lernen. Tests, Hausarbeiten und Referate waren über das gesamte Semester verteilt und nahmen sie stark in Anspruch. Viel Freizeit blieb ihr also nicht. Trotzdem konnte sie die Natur genießen, die Stadt erkunden, im campuseigenen Fitnessstudio trainieren und mit ihrer Mentorin den einen oder anderen Nationalpark besuchen. Irgendwann möchte sie auf jeden Fall dorthin zurückkehren, im Zuge ihrer Promotion zum Beispiel – oder auch einfach mal als Touristin.

Weitere Informationen

Informationen auf studienwahl.de
Rubrik Studieren > Im Ausland
www.studienwahl.de/de/chstudieren/chim_ausland.htm

Deutscher Akademischer Austauschdienst
www.daad.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit
www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsundFachvermittlung/index.htm

Amerikahaus
www.amerikahaus.de

Education USA
www.educationusa.de

US-amerikanische Botschaft
https://de.usembassy.gov/de/

EduCanada
http://educanada.ca/index.aspx?lang=eng

Botschaft von Kanada
www.canadainternational.gc.ca/germany-allemagne/index.aspx?lang=deu

Fulbright Stipendium
www.fulbright.de

Dezernat für Internationale Angelegenheiten
www.uni-tuebingen.de/einrichtungen/verwaltung-dezernate/iii-internationale-angelegenheiten.html

Test of English as a Foreign Language (TOEFL)
www.ets.org/toefl

International English Language Testing System
www.ielts.org

Test de français international
www.ets.org/tfi

Department of Englisch and Linguistics der Uni Mainz
www.english-and-linguistics.uni-mainz.de

Internationale Studium Maschinenbau FH Lübeck
www.fh-luebeck.de/studium-und-weiterbildung/internationales/internationale-studienangebote/internationales-studium-maschinenbau/uebersicht

Amerika-Institut der LMU München
www.amerikanistik.uni-muenchen.de/index.html

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