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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Eine Sportlerin mit Fußball unter dem Arm am Rande eines Fußballfeldes.
Für viele Sportstudiengänge ist vorab eine Eignungsprüfung zu absolvieren. Foto: Martin Rehm

Studienfeld Sport, Wellness und Rehabilitation – Alles fit?

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Bereits beim Kernthema Sport eröffnet sich eine große Lebenswelt der Möglichkeiten: Neben dem Klassiker, den Sportwissenschaften, lässt sich beispielsweise Sportpädagogik oder -ökonomie studieren, es gibt Sportingenieure, Sportjournalisten und Sporttherapeuten. „Eine der Kernfragen ist: Will ich mit Sport zu tun haben – oder tatsächlich selbst Sport treiben?“, sagt Joachim Zak, Berufsberater im Team akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Stuttgart.

Wenn die eigene Bewegung im Vordergrund steht, kommen – abgesehen von einigen künstlerischen Studiengängen wie beispielsweise Bühnentanz – vor allem Sportpädagogik oder Sportwissenschaften in Frage. Wer einmal Sport unterrichten oder zu unterschiedlichen Formen von Bewegung anleiten möchte, sollte jedoch nicht nur Freude an Bewegung und ein gewisses sportliches Können mitbringen. Er oder sie muss auch eine Eingangsprüfung absolvieren, sagt Joachim Zak, „mit teilweise ganz erheblichen Leistungen, die gezeigt werden müssen“.

Von Fitnesscenter bis Reha-Klinik

Nach abgeschlossenem Studium sind die Einsatzorte vielfältig: Sportpädagogen/-innen und Sportwissenschaftler/innen gestalten Sportangebote für unterschiedliche Zielgruppen – nicht nur im Schulwesen. Sie können ebenso in Fitnessstudios, Sportvereinen, Ferienzentren und Wellnesshotels wie auch in Kliniken und Krankengymnastikpraxen beschäftigt sein.

Wer sich nicht sicher ist, welche der vielen Möglichkeiten aus dem Berufsfeld rund um Sport für ihn in Frage kommen, dem rät der Berufsberater daher, die richtigen Fragen als Entscheidungshilfe zu stellen, beispielsweise: Wo will ich arbeiten und wie soll mein Arbeitsalltag aussehen? In Fitnessstudios, in Sportvereinen und auch in den Wohlfühltempeln ist oft am Abend und am Wochenende am meisten los. Und so mancher kann sich schlichtweg nicht vorstellen, selbstständig zu sein oder den ganzen Tag im Krankenhaus zu verbringen.

Eine andere Kernfrage: Will ich lieber mit Kindern oder mit Senioren, mit Profis oder mit Laien arbeiten? „Bevor man sich für ein Studium entscheidet, sollte man sich über die Zielgruppe klar werden“, sagt Joachim Zak. „Denn in diesem Feld geht es auch immer um Sicherheit und Verantwortung – was traue ich mir und anderen zu?“

Massage als Reha-Anwendung.

Massage als Reha-Anwendung.

Foto: Felix Somieski

„Berufskundlich bildet Sport eigentlich eine eigene Kategorie, wird meist jedoch im Bereich Gesundheit angesiedelt“, erläutert der Berufsberater, „und daraus ergeben sich diverse Überschneidungen.“ Zum einen gehören somit auch Studiengänge wie Gesundheits- und Ernährungswissenschaften, Ökotrophologie und Gesundheitsmanagement in diesen Bereich, zum anderen kommt – sozusagen als Gegensatz zum Thema Gesundheit – auch das Thema Rehabilitation ins Spiel. Auf dieses Berufsfeld führen vor allem pädagogisch-psychologische Studiengänge hin – etwa Heil-, Sozial- oder Reha-Pädagogik sowie Reha-Psychologie. Gleichzeitig besitzt es auch eine starke technische Komponente: Der Bezug zu ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen liegt etwa in den Bereichen Hörtechnik, Audiologie, Orthopädie oder Rehatechnik.

Wie viel Sport soll‘s denn sein?

„Ein gutes Beispiel dafür, wie nah die einzelnen Betätigungsfelder beieinander liegen, sind die Physiotherapeuten“, meint Joachim Zak. Schließlich können diese je nach Ausrichtung sowohl in eigenen Fachpraxen als auch in Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie in Wellness- und Fitnesseinrichtungen arbeiten. „Dort, wo es in den Bereich Hotel und Freizeit geht, sind wir an der Schnittstelle von Sport und Wellness“, sagt der Berater, „da ist dann auch das Berufsfeld Touristik nicht mehr weit.“ Schließlich könnten auch Event- und Kulturmanager oder beispielsweise Betriebswirte mit Schwerpunkt Touristik im weitesten Sinne „mit Sport zu tun“ haben – wenn sie sich etwa auf Sportevents oder -hotels spezialisieren. Die Hochschule Bremen hat den Trend erkannt und bietet den Masterstudiengang International Studies of Leisure and Tourism an.

„Damit sind wir wieder bei der Frage, welche Rolle der Sport in meinem späteren Berufsleben letztlich spielen soll“, sagt Joachim Zak. „Als Physiotherapeut oder Sportmediziner bin ich beispielsweise noch relativ nah dran, am aktiven Sport.“ Wer jedoch eher ein generelles Interesse an der Branche an sich hat, könne sich auch innerhalb anderer Berufe spezialisieren – als Journalist/in für Sportberichterstattung, Jurist/in für Sportrecht oder Marketingstratege/in für einen Sportartikelhersteller beispielsweise.

Kommunikativ, einfühlsam, ganzheitlich

Was alle Tätigkeiten im Bereich von Sport, Wellness und Rehabilitation eint: Sie erfordern ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten, da man stets mit Menschen zu tun hat. Auch Sensibilität ist unerlässlich, schließlich müssen Lehrer/innen erkennen, wann die Belastungsgrenze ihrer Schüler/innen erreicht ist, und Kosmetologen/-innen sollten spüren, ob sich ihre Kunden entspannen können.

Joachim Zak macht darauf aufmerksam, dass gutes Deutsch ebenfalls wichtig ist und zu aller Bewegung meist auch Schreibtischarbeit gehört. Denn wer eine Herzsportgruppe im Nordic Walking anleitet oder eine Kosmetikbehandlung erklärt, muss sich verständlich ausdrücken können. Und auch Physiotherapeuten/-innen müssen – zumal wenn sie eine eigene Praxis unterhalten – Berichte über die Fortschritte von Patienten schreiben und Krankenkassen ihre Angebote unterbreiten. „Das ist nicht zu unterschätzen“, betont Joachim Zak.

 

Sportwissenschaftlerin

Der richtige Dreh bei der Eskimorolle

Bewegung macht, dass man sich „einfach gut fühlt“ – findet jedenfalls Jelena Braun, wenn sie selbst Sport treibt. Die 23-Jährige macht derzeit ihren Master in Sportwissenschaft  an der Universität Bielefeld und lernt dort unter anderem, warum das so ist und wie Menschen über Bewegung aktiviert werden können.

Eine junge Frau im roten Sportdress startet auf der Tartanbahn.

Jelena Braun startet durch.

Foto: Privat

„Psychologie und Bewegung – das hat mich interessiert“, sagt Jelena Braun. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie Handball und hat als Jugendliche schon Jüngere trainiert. Sportliches Interesse und Affinität zu mehreren Sportarten: Diese Voraussetzungen sollten junge Menschen mitbringen, wenn sie Sportwissenschaft  studieren möchten, denn „was man nicht vormachen kann, kann man nicht erklären“.

Zu ihrem Bachelorstudium gehörten elf praktische Kurse in unterschiedlichen Sportarten und eine Exkursion nach Südfrankreich, wo die Studierenden geklettert, geritten, gewandert und auch ins Kajak gestiegen sind. Aber die Praxis ist nur ein Teil des Studiums: Auf der Theorieseite bildeten Sportpädagogik, Soziologie und Sportgeschichte sowie Trainingswissenschaft und Sportmedizin, Bewegungswissenschaft und Sportpsychologie die Grundlagen, auf die als Vertiefung unter anderem Trainingslehre, Sportökonomie oder Kognitionspsychologie aufbauten.

Mentale und körperliche Fitness

„Ein Schwerpunkt des Studiums ist, wie man das Bewegungswissen vermittelt“, erläutert Jelena Braun. Sportwissenschaftler/innen können später mit Athleten/-innen arbeiten, sie trainieren Freizeitsportler/innen und leiten Reha-Sportgruppen. Dabei ist jedoch nicht nur die körperliche Bewegung gefragt: „Sport ohne Psyche geht nicht – und umgekehrt“, sagt die 23-Jährige, die bei der sogenannten Eskimorolle selbst erfahren hat, wie mentales Training hilft: Dabei hängen Sportler/-innen in ihrem Kajak kopfüber unter Wasser, bevor sie sich mit gekonntem Hüftschwung und einem gezielten Paddelstoß wieder aufrichten. Wer die komplexe Bewegung als klare Struktur kennt, kann sie schneller lernen.

Jelena Braun hat im Sommer ihren Bachelor abgeschlossen und sattelt wie die meisten ihrer Kommilitonen in Bielefeld den Master drauf: Der Studiengang „Intelligenz und Bewegung“ vertieft die Themen mentales Training, Bewegungsrepräsentation, Diagnostik und Biomechanik. „Ich will in die Forschung“, ist Jelena Braun sich sicher: entweder an der Universität – in Bielefeld ist der Exzellenz-Cluster „Robotik“ angesiedelt – oder im Bereich Entwicklung von Prothesen.

Info:

Sporteignungstest

Fast alle Hochschulen, die das Fach Sportwissenschaften anbieten, verlangen von ihren Studierenden, dass sie mittels eines Sporteignungstests eine grundlegende körperliche Leistungsfähigkeit sowie ein breites Spektrum sportpraktischer und sporttechnischer Fertigkeiten nachweisen. Geprüft werden in der Regel Grundeigenschaften wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen sowie Grundfertigkeiten in den wichtigsten Schulsportarten wie Leichtathletik und Schwimmen, Geräteturnen sowie mindestens einer Mannschaftssportart.

Auch Jelena Braun musste zu Beginn ihres Studiums insgesamt vier Einzelprüfungen als obligatorischen Sporteignungstest abgelegen. Mittlerweile jedoch hat die Universität Bielefeld die Zugangsvoraussetzungen zum Fach Sportwissenschaft geändert – der Eignungsnachweis für das Bachelorstudium kann hier seit 2011 auch beispielsweise über die Abiturnote im Fach Sport oder Trainerlizenzen erbracht werden (weitere Informationen liefert das PDF „Fächerspezifische Bestimmungen“ unter http://ekvv.uni-bielefeld.de/sinfo/publ/variante/22968588). Für den Master of Education (Lehramt) findet eine weitergehende Überprüfung statt: http://www.uni-bielefeld.de/sport/studium/pdf/fdb_Eignung_lsm2011.pdf

Grundsätzlich sollten sich Interessierte daher im Vorfeld bei der jeweiligen Hochschule über Zugangsvoraussetzungen und mögliche Eignungsprüfungen informieren.

 

Ökotrophologin (Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin)

Vom Speiseplan bis zur Bauberatung

Es ist ein weites Feld, das die Ökotrophologen/-innen an der Hochschule Osnabrück beackern: Neben naturwissenschaftlichen Grundlagen, Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften stehen auch Sozial- und Wirtschafts- sowie Haushaltswissenschaften auf dem Stundenplan. Für die gelernte Krankenschwester und Bachelorstudentin Gerdis Franke (27) macht genau das den Reiz aus: „Ökotrophologie ist breit gefächert – und hier kann ich den Schwerpunkt auf  den Umgang mit Menschen legen.“

Gerdis Franke

Gerdis Franke

Foto: Privat

In der Richtung angewandte Ernährungskommunikation zum Beispiel hat sie vor kurzem Rollenspiele geübt. Die Situation: Eine Frau mit Migrationshintergrund hat Schwanger­schaftsdiabetes und sucht Rat. Gerdis Franke hat dabei gelernt, das schwierige Thema in einfachen Worten zu erklären und ganz konkret die Lebensmittel zu benennen, die wenig Zucker enthalten. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas im Studium lernen würde“, sagt sie.

In Osnabrück liegt der Schwerpunkt des interdisziplinären Studiengangs, der gemeinhin mit „Ernährungs- und Haushaltswissenschaften“ übersetzt wird, auf Beratung und Bildung, während andernorts ein Großteil des Studiums in naturwissenschaftlichen Fächern und im Labor geleistet wird. Zum Basiswissen gehören auch hier Seminare in Humanbiologie, Grundlagen der Ernährung, Chemie der Lebensmittel, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Privathaushalts oder Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum. Wahlpflichtmodule wie zum Beispiel Lebensmittelanalytik, Arbeits- und Verbraucherrecht oder Leben und Arbeiten im ländlichen Raum ergänzen das Angebot. In die fünf ersten Semester sind zwei Projekte integriert, im sechsten sind ein Berufspraktikum und die Bachelorarbeit vorgesehen.

Breite Palette an Berufsmöglichkeiten

Eine Haxe und ein grüner Salat - was ist die gesündere Entscheidung?

Foto: Martin Rehm

„Ach ja, sagen viele: Du studierst Kochen und Putzen?“, erzählt Gerdis Franke, die sich über solche Vorurteile ärgert. Denn ihr Fach hat viele andere Aspekte und bietet neben der Ernährungs- und Gesundheitsberatung viele weitere Berufsmöglichkeiten. Die Studierenden werden auch im Management hauswirtschaftlicher Dienstleistung geschult und auf Beratungstätigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen – etwa Verbraucher- oder Budgetberatung, Energie- und Umweltberatung – vorbereitet. Viele Ökotrophologen arbeiten auch im Qualitätsmanagement von Lebensmittelbetrieben oder im Arbeitsschutz.

Die Bremerin möchte nach ihrem Abschluss am liebsten in die betriebliche Gesundheits­förderung gehen. Oft bieten Krankenkassen großen Firmen dies als Service an: Wie sollen Arbeitsplätze und -zeiten gestaltet werden? Wie sieht ein optimaler Speiseplan aus? Und was können Arbeitnehmer ganz persönlich für ihr Wohlergehen tun? Es besteht auf alle Fälle Beratungsbedarf.

Weitere Informationen

BERUFENET
Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild:
www.berufenet-arbeitsagentur.de

KURSNET
Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit; hier können Sie auch nach Studiengängen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de


Olympischer Sportbund

Ausführliche Informationen über alle Aspekte des Sports:
www.dosb.de

Deutscher Sportlehrerverband
Homepage des größten Berufsverbands für Sportlehrkräfte in Deutschland mit vielen weiterführenden Links:
www.dslv.de

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft
Zusammenschluss der sportwissenschaftlichen Einrichtungen und der Lehrenden; die Seite bietet unter anderem einen Online-Studienführer, eine virtuelle Fachbibliothek sowie eine Stellenbörse.
www.sportwissenschaft.de

Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie
Der Berufsverband legt den Schwerpunkt auf Prävention und Therapie, seine Homepage bietet vielfältige Information für Mitglieder und verschiedene Lehrgänge:
www.dvgs.de

Deutscher Wellness Verband
Umfassender Überblick über das Themengebiet Wellness,
inklusive Rubrik „Beruf und Karriere“:
www.wellnessverband.de

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