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Neun bunte Quadrate auf einem roten Hintergrund.

Offizieller Studienführer für Deutschland

Ein Student sitzt an einem Mischpult.
Wer in die Medienbranche möchte, hat eine große Bandbreite an unterschiedlichen Tätigkeiten zur Auswahl: designen, filmen, texten, entwickeln, managen und gestalten. Foto: Christof Stache

Wunschbranche Medien Mehr als „etwas mit Medien“

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Sarah Sitte-Zöllner arbeitet gerade an einem YouTube- Video: „Inhaltlich geht es um unseren Hochschulalltag. Ich mache den Schnitt und die Moderation“, erzählt die 25-Jährige. Sie studiert Medientechnik an der TH Deggendorf und das Filmprojekt ist Teil ihrer Bachelorarbeit: „Ich wollte einfach irgendetwas mit Medien machen, aber nicht mit dem Schwerpunkt Gestaltung, sondern Technik.“ Medientechnik bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Konzeption, Gestaltung und technischer Umsetzung. „In den ersten Semestern geht es unter anderem um Mathe, Physik und Elektrotechnik. Ansonsten lernt man wirklich alles kennen, was mit Medientechnik zu tun hat: Design, 3-D-Animation, Film, Rundfunk und Fernsehen.“ Es gibt ein Fernseh-, Radio- und ein 3-D-Studio sowie einen Schnittraum auf dem Campus.

Foto von Sarah Sitte-Zöllner mit Mikrofon in der Hand.

Sarah Sitte-Zöllner

Foto: Privat

Ab dem dritten Semester können die Studierenden einen Schwerpunkt setzen: Mediendesign oder Informatik. „Man kann sich dann auf das konzentrieren, was einem am meisten Spaß macht“, erklärt Sarah Sitte-Zöllner, die sich für Mediendesign entschieden hat. Besonders viel Freude bereitet ihr aber der Platz vor und nicht hinter der Kamera: die Moderation.

Von den sieben Semestern ist eines als Praxissemester angelegt. Das absolvierte sie bei Radio Antenne Bayern in einer Münchner Redaktion. Außerdem konnte sie freiberuflich erste Projekte bearbeiten. So sammelt sie schon im Studium Praxiserfahrung mit Moderation und Videoproduktion: „Mein Ziel ist die Selbstständigkeit. Dennoch könnte ich mir vorstellen, erst noch den Master dranzuhängen“, sagt die Studentin.

Auf Erfahrungen aufbauen

„Ich möchte irgendetwas mit Medien machen“: Diesen Satz hört Aygül Tolan, Beraterin für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Wuppertal, sehr häufig. „Meist ist es ein sehr unkonkreter Wunsch, was nicht weiter verwundert, wenn man sich die Bandbreite der Medienbranche anschaut.“ Man kann texten, fotografieren, filmen, entwickeln und gestalten für Print, Funk, Fernsehen oder digitale Medien.

Der Wunsch, in die Medienbranche zu gehen, ergibt sich oft aus privaten Hobbys oder den Wahlfächern der Abiturient(inn)en: „Viele haben schon mal einen Blog geschrieben, auf Youtube Videos eingestellt, für die Schülerzeitung Interviews geführt oder mit Grafiktools am PC gearbeitet“, zählt Aygül Tolan auf. Für das Studium sind solche Erfahrungen natürlich wertvoll. Gerade in gestalterischen Fächern werden oft Mappen oder praktische Arbeiten bei der Bewerbung verlangt.

Viele Perspektiven kennenlernen

Foto von Aygül Tolan an ihrem Arbeitsplatz.

Aygül Tolan, Beraterin für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Wuppertal

Foto: Privat

Schon im Studium hat man eine große Auswahl an möglichen Themen und Schwerpunkten: Neben dem gestalterischen gibt es in den Medien einen technischen, einen publizistischen und einen wirtschaftliche Bereich (siehe Übersicht: „Lieber wirtschaftlich oder technisch?“). „Auch wenn man Studiengänge ganz gut in diese Schwerpunkte einteilen kann, legt man sich im Bachelorstudium damit nicht unbedingt fest“, weiß Aygül Tolan. Denn wie bei Sarah Sitte-Zöllner ist es im Berufsleben von Vorteil, mehrere Perspektiven zu kennen: Wer moderiert, sollte eine Idee von der Technik haben, wer in der Gestaltung tätig ist, sollte auch die technische Umsetzung kennen.

In Beratungsgesprächen geht es deshalb bei Aygül Tolan auch darum, was sich die Studieninteressierten beruflich vorstellen können. Möglichkeiten gibt es viele: Arbeitnehmer/-innen in der Medienbranche steuern zum Beispiel als Marketing-Manager/-in Kampagnen in sozialen Medien, stellen als Mediendesigner/-in Informationen grafisch dar oder schreiben als Online-Redakteur/-in Artikel. „Häufig fehlt den Interessierten aber einfach die praktische Erfahrung, um diese Tätigkeiten tatsächlich zu erfassen.“ Die Praxis können sie aber oft im Studium nachholen. Gerade an Fachhochschulen sind Praktika in medienbezogenen Studiengängen häufig Pflicht und ermöglichen Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche.

Eine Branche für Quereinsteiger

Über Praktika können auch Studierende aus ganz anderen Fachrichtungen in die Medienbranche schnuppern. „Es gibt in der Medienbranche jede Menge Quereinsteiger“, weiß Aygül Tolan. Naturwissenschaftler/-innen, Jurist(inn)en und Ingenieure/-innen mit einem Faible für ein Fachthema geben ihr Wissen in Printmedien, Funk und Fernsehen weiter. Hinzu kommen Absolvent(inn)en aus Studiengängen wie BWL, Rechtswissenschaften oder Informatik, die in ihrem Bereich für Unternehmen in der Medienbranche arbeiten.

Unabhängig vom Studiengang ist eines sicher: „Wer in die Medienbranche will, braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen und muss bereits im Studium gut vernetzt sein“, empfiehlt Aygül Tolan. Denn nur wer viel Zeit und Ausdauer investiert, kann die nötige Praxiserfahrung sammeln und Kontakte knüpfen. Das ist vor allem für Selbstständige enorm wichtig. Gerade im publizistischen Bereich ist eine freiberufliche Tätigkeit nämlich weit verbreitet. Laut „Arbeitsmarktbericht Akademikerinnen und Akademiker“ der Bundesagentur für Arbeit ist zum Beispiel fast jede/-r Dritte, der/die einen schreibenden Beruf ausübt, selbstständig.

Studienreportage Medienwirtschaft

Dem Nutzer auf der Spur

Valentina Wenzel (24) hat einen BWL-Studiengang gesucht, der sich mit Medien beschäftigt und in dem Wissen über Branchenhintergründe und Medienproduktion vermittelt wird. Gefunden hat sie diesen an der TU Ilmenau.

Valentina Wenzel ist mit sozialen Medien großgeworden, sie nutzt Facebook und Twitter und schaut Videos auf YouTube und Netflix. In ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, die sie vor ihrem Studium bei einer Parfümeriekette absolvierte, war sie unter anderem als Bloggerin aktiv: „Marketing, Merchandising, Unternehmensauftritt in den sozialen Medien – das waren die Themen, die mich am meisten interessiert haben. Betriebswirtschaft zu studieren, lag da auf der Hand“, erzählt die 24-Jährige. Aber reine BWL war ihr zu trocken. Sie suchte nach einem Studiengang, der auch das Thema Medien abdeckt: Medienwirtschaft in Ilmenau.

Medien von Beginn an ein Thema

Foto von Valentina Wenzel.

Valentina Wenzel

Foto: Privat

„Das Schöne an meinem Studiengang ist, dass von Beginn an Fächer wie Medientechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik die typischen BWL-Fächer wie Statistik, Rechnungswesen, Buchführung, Steuerlehre, Produktionswirtschaft, Marketing und Unternehmensführung ergänzen“, erzählt sie. Man müsse nicht bis zum dritten oder vierten Semester warten, bevor man es mit dem Schwerpunkt Medien zu tun bekommt. Dabei wird interdisziplinär gearbeitet und die Betriebswirtschaft um medienspezifische Fragestellungen erweitert. „Wir haben im Studium zum Beispiel das Verhalten von Medienkonsumenten analysiert und uns Strategien überlegt, wie man Nutzer gewinnen und binden kann“, erzählt die Studentin. Aber bei aller Medienaffinität ist sie mit dem Studium dennoch nicht an die Medienbranche gebunden: „Der Fokus im Studium liegt ganz klar auf Betriebswirtschaft. Themen von Controlling über Marketing bis hin zu Steuern und Recht decken rund zwei Drittel der Module ab“, beschreibt sie.

Praktikum bei Flughafenbetreiber

Ihr theoretisches Wissen konnte sie während eines Praktikums im sechsten Semester anwenden, das sie im strategischen Marketing eines Flughafenbetreibers verbrachte. „Das sechste Semester ist zweigeteilt. Drei Monate sind für ein Pflichtpraktikum vorgesehen, drei weitere Monate für die Bachelorarbeit. Das ist ganz schön sportlich", findet Valentina Wenzel.

Aktuell arbeitet sie das Thema ihrer Bachelorarbeit aus, steht aber noch am Anfang. Ihre Idee: YouTube mit Netflix vergleichen. „Ich möchte das Nutzerverhalten aus ökonomischer Sicht unter die Lupe nehmen“, erzählt sie. Auch eine Onlineumfrage ist geplant.

Studienreportage Media Art & Design

Kommunikation in bewegten Bildern

Camilo Berstecher (30) studiert den Masterstudiengang Media Art & Design an der HBK Saarbrücken. Sein Faible: Filme.

Seine Vorliebe für Filme lebte Camilo Berstecher bereits in seinem Bachelorstudium der Kulturwissenschaften an der Uni Saarbrücken aus. Er interessierte sich für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und drehte über verschiedene Aktionen Videos. „Vieles habe ich mir selbst beigebracht“, erzählt der Student. Noch während des Studiums gründete er eine Filmproduktionsfirma und fing nach dem Abschluss in einer Medienagentur an. Da lag der Fokus auf Werbefilmen. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mehr lernen möchte und beruflich stärker in Richtung Dokumentarfilm gehen will“, erklärt er seinen Schritt zurück ins Studium.

Fokus auf bewegten Bildern

Foto von Camilo Berstecher hinter einer Filmkamera.

Camilo Berstecher

Foto: Privat

Auf der Suche nach einem passenden Masterstudiengang landete er bei der Hochschule für Bildende Künste Saarbrücken (HBK). Dort werden die beiden verwandten Masterstudiengänge Kommunikationsdesign und Media Art & Design angeboten. Bei letzterem liegt der Fokus auf bewegten Bildern: Spiel- und Dokumentarfilm, 3-D-Animation, Fotografie, Spiele, interaktive Produktionen bis hin zu Internetanwendungen. Im Studiengang Kommunikationsdesign geht es mehr um Grafik: Schriftgestaltung, Layout und Illustration. Camilo Berstecher entschied sich für Media Art & Design. „Aber alle Masterstudiengänge sind eng vernetzt. Man setzt Akzente in seinem Schwerpunkt, kann eigenen Interessen nachgehen und sich auf das angestrebte Berufsfeld vorbereiten“, erklärt er.

Camilo Berstechers Seminarliste in seinem ersten Semester liest sich deshalb auch wie eine Kreativwerkstatt: Animation, Kalligrafie, Keramik, Drehbuchschreiben, Webserien, Heimatfilm und bibliografisches Erzählen. „Ich bekomme sehr viel Input und immer wieder gibt es Verknüpfungen zwischen den einzelnen Fächern“, erzählt der Student begeistert. Viele der Seminare laufen wie Workshops ab, in denen die Studierenden gemeinsam an Projekten arbeiten.

Fokus auf Projektarbeit

Im Master liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Projektarbeit, die Studierenden arbeiten also auf ihre Abschlussarbeit hin. Bei seiner Bewerbung für den Studiengang musste er deshalb bereits eine grobe Projektidee mitbringen. Diese dreht sich bei ihm um die Frage „Was ist Heimat?“ Eine Frage, die ihn als gebürtigen Kolumbianer sehr umtreibt und die er in einem Dokumentarfilm bearbeiten möchte.

Um an der HBK angenommen zu werden, musste er außerdem einen Bachelorabschluss und 240 Leistungspunkte mitbringen. Für HBK-Absolvent(inn)en, die acht Semester studieren, war das kein Problem. Dafür ist der Master mit 60 Leistungspunkten nur auf ein Jahr angelegt. „Wenn man aber wie ich nur 180 Leistungspunkte mitbringt, muss man zwei Semester nachholen. Ich bin aber ganz glücklich darüber, weil ich so das Seminarangebot viel besser nutzen kann“, erklärt Camilo Berstecher.

Übersicht

Lieber wirtschaftlich oder technisch?

Die Medienbranche ist vielfältig. Wer etwas mit Medien machen möchte, kann in ganz verschiedenen Bereichen arbeiten. Die Studienwege unterscheiden sich dementsprechend erheblich voneinander.

Publizistik und Theorie

Die Kommunikations- und Medienwissenschaften befassen sich theoretisch mit Medien und deren Nutzung. Absolvent(inn)en könnten zum Beispiel in der Wissenschaft Fuß fassen – viele möchten aber auch in den Journalismus gehen. Die Studiengänge ebnen aber nicht automatisch den Weg in eine Redaktion. Wer journalistisch tätig werden möchte, muss Eigeninitiative an den Tag legen und praktische Erfahrungen sammeln. Es gibt allerdings auch ein paar Studiengänge, die explizit auf solche Tätigkeiten vorbereiten.

Mehr Infos im Studienfeld „Kommunikation und Medien

Beispiele für Studiengänge:

  • Medienwissenschaften
  • Journalistik 
  • Technische Redaktion

Produktion und Technik

In der Medienproduktion und -technik geht es um Radio-, Fernseh-, Audio- und Videotechnik, von Kameraführung über Schnitt bis zur Arbeit am Mischpult. Auch die Medieninformatik gehört dazu. Sie ist allerdings auch ein Teilbereich der klassischen Informatik und verknüpft die typischen Informatik-Themen wie Anwendungsentwicklung, Datenbanken und Programmierung mit verschiedenen Medienbezügen.

Mehr Infos im Studienfeld „Medien-, Veranstaltungstechnik

Beispiele für Studiengänge:

  • Film- und Fernsehproduktion
  • Medientechnik
  • Games Engineering

Gestaltung und Design

Diese Studiengänge haben einen gestalterischen Schwerpunkt, man muss die Inhalte aber auch technisch umsetzen können. Studierende und Absolvent(inn)en kümmern sich zum Beispiel um das Layout einer Plakatwerbung, um Logos von Unternehmen, die Darstellung einer Website oder um Animationen.

Mehr Infos im Studienfeld „Gestaltung, Design

Beispiele für Studiengänge:

  • Grafikdesign
  • Kommunikationsdesign
  • Mediendesign

Wirtschaft und Management

In der Medienwirtschaft oder dem Medienmanagement geht es um betriebswirtschaftliche Themen. Typische Module im Studium sind etwa Medien-, Wirtschafts- und Markenrecht sowie Markt- und Medienforschung. Absolvent(inn)en arbeiten zum Beispiel im Management von Medienproduktionen, in Werbe- oder PR-Agenturen oder auch in Marketingabteilungen.

Mehr Infos im Studienfeld „Medienwirtschaft, -management

Beispiele für Studiengänge:

  • Kommunikationsmanagement
  • Medienmanagement
  • Medienwirtschaft

Weitere Informationen

studienwahl.de
Alle Studienfelder im Überblick
www.studienwahl.de/de/chstudieren/chstudienfelder/studienfelder097.htm

abi>>
Rubrik „Was studieren?“
www.abi.de/studium/studiengaenge.htm

berufsfeld-info.de
Berufswelt Medien
www.berufsfeld-info.de/abi/medien-3

BERUFE.TV
www.berufe.tv

BERUFENET
www.berufenet.arbeitsagentur.de

Medientechnik an der TH Deggendorf
www.th-deg.de/de/et-mt/studiengaenge/mt-b

Medienwirtschaft den der TU Ilmenau
www.tu-ilmenau.de/studieninteressierte/studienangebot/bachelor/medienwirtschaft-bsc/

Media Art & Design an der HBK Saar
www.hbksaar.de/studiengaenge/media-art-design

 

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