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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Studierende bei der Recherche an den Bibliotheks-Computern.
Ein Großteil der Bachelorabsolventen/-innen steigt nach dem Abschluss nicht direkt in den Beruf ein, sondern studiert weiter. Foto: Alex Becker

Masterstudium - wie, wo, was?

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So auch Christina Schwarze, die vor kurzem ihren Master in Angewandten Werkstoffwissenschaften an der Hochschule Osnabrück abgeschlossen hat. Ihre Leidenschaft für Chemie und Physik entwickelte die 30-Jährige während einer Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) nach dem Abitur. „Mir machte es Spaß, Stoffe zu analysieren und mehr über sie zu erfahren“, erzählt sie. Sie entschloss sich deshalb, ihr Wissen zu vertiefen – zunächst mit einem Bachelorstudium in Kunststoff- und Werkstofftechnik an der Hochschule Osnabrück. Nach ihrem Abschluss als Werkstoffingenieurin war ihr klar, dass sie den konsekutiven Master of Science in Angewandten Werkstoffwissenschaften draufsatteln würde. Nach vier Semestern hat sie im Sommer ihren Studiengang mit der Masterarbeit abgeschlossen und arbeitet nun seit Oktober in der Kunststoffindustrie, wo sie sich im Bereich Entwicklung hauptsächlich mit Produkten für den Automobilsektor beschäftigt. Bachelor – Master – Berufseinstieg: ein möglicher Weg, doch es gibt noch andere.

Konsekutiv oder weiterbildend?

„Je nach Studienprogramm kann ein Master vertiefend, verbreiternd oder fachübergreifend ausgelegt sein, er kann stärker wissenschaftlich oder praxisorientiert ausgerichtet sein“, erläutert Dr. Peter Zervakis, Leiter des Projekts nexus der Hochschulrektorenkonferenz. Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen einem konsekutiven und einem weiterbildenden Masterstudiengang. Während die konsekutiven in der Regel direkt an ein Bachelorstudium anschließen, kann ein weiterbildender Master oft neben der Arbeit absolviert werden. Für einen konsekutiven Masterstudiengang reicht als formale Zugangsvoraussetzung meist der Bachelorabschluss, beim weiterbildenden wird zusätzlich Berufserfahrung verlangt. „Häufig werden sie als berufsbegleitende Teilzeitstudiengänge angeboten und sind stärker berufspraktisch ausgerichtet als konsekutive Master“, erläutert Dr. Peter Zervakis.

Diese weiterbildenden Angebote können richtig teuer werden; häufig lassen sich die Ausgaben jedoch – zumindest teilweise – durch die Berufstätigkeit neben dem Studium decken, und in einigen Fällen übernimmt auch der Arbeitgeber einen Teil der Kosten. Für die konsekutiven Master gelten die gleichen Finanzierungsquellen wie für das Bachelorstudium: Nebenjobs, Eltern, Stipendien oder – unter gewissen Voraussetzungen – BAföG. Die Studentenwerke oder die BAföG-Ämter an den Hochschulen erteilen dazu Auskünfte.

Nicht zuletzt besteht auch die Möglichkeit, das komplette Masterstudium im Ausland zu absolvieren – und auch hier gibt’s unter Umständen BAföG-Unterstützung.

Beschränkte Zulassung

Für viele Masterstudiengänge müssen besondere studiengangspezifische Zugangsvoraussetzungen erfüllt werden – Bewerber/innen müssen etwa eine bestimmte Mindestnote bei ihrem Bachelorabschluss erreicht haben, ein Motivationsschreiben vorlegen, im Aufnahmegespräch punkten oder – im Falle eines englischsprachigen Masters – ausreichende Sprachkenntnisse nachweisen. „Fachspezifische Eignungsfeststellungsprüfungen hingegen werden selten verlangt. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn der Master sich fachlich stark an einem vorangegangenen Bachelor orientiert und es daher erforderlich ist, dass die Bewerber spezielle Kenntnisse mitbringen“, erklärt Dr. Peter Zervakis.

Das war für Christina Schwarze kein Thema, sie war durch ihr Bachelorstudium an derselben Hochschule bestens auf das Masterstudium vorbereitet. Außerdem hatte sie mit einem Notenschnitt von 1,5 das Potenzial dazu. Die Auswahlgrenze lag damals an der Hochschule Osnabrück bei 2,5.

Genug Plätze für alle

Wie die Werkstoffingenieurin entscheidet sich derzeit ein Großteil der Bachelorabsolventen/-innen dafür, ein Masterstudium anzuschließen. Deshalb und angesichts teils hoher Ablehnungsraten an einigen beliebten Hochschulen ist immer wieder davon die Rede, dass Masterstudienplätze knapp und zu stark beschränkt seien. Dem widerspricht die Kultusministerkonferenz (KMK) in einem Beschluss vom April 2011 deutlich: Darin wird empirisch belegt, dass über drei Viertel aller Masterstudiengänge nicht zulassungsbeschränkt sind. Daraus leitet die KMK ab, dass es für diese Studiengänge nicht mehr Bewerber/innen als Plätze gibt. Lediglich die restlichen 24 Prozent unterliegen einer örtlichen Zulassungsbeschränkung, aber auch hier sind nach Ende aller Nachrückverfahren rund 20 Prozent der Plätze nicht besetzt – so dass in diesen Fällen ebenfalls das Angebot größer zu sein scheint als die Nachfrage.

Auch die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) kommt in der Absolventenbefragung des Jahrgangs 2009 (erschienen Okt. 2011, www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201117.pdf, S. 131) zu dem positiven Schluss, dass entgegen der These, dass Masterstudiengänge knapp seien, neun von zehn befragten Bachelorabsolventen/-innen ihr weiteres Studium sowohl in ihrem Wunschfach als auch an der Wunschhochschule aufnehmen konnten. So war es auch bei Christina Schwarze. Für sie gab es anschließend als Sahnehäubchen sogar noch den Wunschjob dazu: „Ich bin sehr glücklich mit der Stelle, weil ich unbedingt in den Bereich Forschung und Entwicklung wollte.“

Arbeitsmarktbefähigung

Der Master ist nicht immer ein Muss

Wann sich ein Masterstudium tatsächlich lohnt – oder gar unabdingbar ist – hängt stark vom Fachbereich und den eigenen Berufszielen ab.

Derzeit steigt ein Großteil der Bachelorabsolventen/-innen nach dem Abschluss nicht direkt in den Beruf ein, sondern studiert weiter, wie die HIS in verschiedenen aktuellen Studien ermittelt hat. In ihrem gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln veröffentlichten Bericht „Mit dem Bachelor in den Beruf“ kommt sie zu dem Ergebnis, dass die bereits in der Vergangenheit hohen Übergangsquoten von Bachelorabsolventen/-innen ins Masterstudium auch für den befragten Absolventenjahrgang 2009/2010 galten: Über die Hälfte der Fachhochschul- und mehr als drei Viertel der Uni-Absolventen/-innen beginnen eine weitere akademische Qualifizierung. Am höchsten sind die Übergangsquoten in den sogenannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Bessere Berufschancen dank Master?

Auf eine Tafel steht mit weißer Kreide das Wort "Traumjob" geschrieben.

Foto: Lisa Zirkelbach

Als Grund für die Aufnahme des Masterstudiums nennen die Absolventen/-innen am häufigsten fachliches Interesse (75 Prozent), fast genauso wichtig ist den meisten jedoch, die eigenen Berufschancen zu verbessern – diese Absicht nennen rund die Hälfte der FH- und knapp zwei Drittel der Uni-Bachelorabsolventen/-innen. Doch geht diese Taktik tatsächlich auf? Der Bericht stellt den studentischen Einschätzungen die Aussagen von Unternehmen gegenüber, die das IW Köln in einer großangelegten Studie zu ihrem Umgang mit BA-/MA-Absolventen/-innen befragt hatte – mit überraschendem Ergebnis: „Die Auswirkungen eines Masters auf den Karriereverlauf werden von den Studierenden überschätzt“, sagt Christiane Konegen-Grenier, Senior Researcher beim IW Köln und Mit-Autorin der Studie.

Denn eine große Mehrheit der Unternehmen gab an, dass der Masterabschluss keine Notwendigkeit für einen positiven Karriereverlauf sei, und wollte den Bachelorabsolventen/-innen auch nicht zum direkten Anschluss eines Masterstudiums raten – schließlich bestehe kein Automatismus zwischen der Art des Abschlusses und der Einstiegsposition. „Das ist die Erwartung der Absolventen, dass die Unternehmen für eine bestimmte Stelle nur einen bestimmten Abschluss akzeptieren, aber das sind ganz offene Situationen, in denen die gesamte Person zählt, nicht nur die Ausbildung“, erläutert die IW-Expertin.

Sonderfall Forschung: Master oder Promotion verlangt

Eine Ausnahme bildet der Bereich Forschung und Entwicklung – und das in allen Disziplinen: „In diesem Bereich, das zeigen auch andere Studien, werden von den Unternehmen häufig explizit Forschungsqualifikationen vorausgesetzt – und dann reicht oft noch nicht mal der Master, dann wird die Promotion verlangt“, erläutert Christiane Konegen-Grenier. Das gilt vor allem für den Bereich der Naturwissenschaften, wie Judith Wüllerich von der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit bestätigt – gerade in der Chemie werde häufig der Doktortitel erwartet. „Aber auch im Bereich der Biologie und der Physik wird meist der Master als Einstellungsvoraussetzung gesehen.“ In manchen Fällen ist der Master sogar Pflicht: Zum Beispiel haben einige Bundesländer ihr Lehramtsstudium bereits vollständig auf Bachelor und Master umgestellt, und in diesen Fällen befähigt erst der Masterabschluss zum Lehramt.

Ein Aspekt, der in der gesamten Diskussion häufig untergeht: Grundsätzlich werden, das betont auch Christiane Konegen-Grenier, die wenigsten Führungspositionen direkt mit Berufseinsteigern – egal ob Bachelor oder Master – besetzt. Typische Einstiegspositionen für Akademiker sind vor allem Projektarbeit und Sachbearbeitung. Dabei, so die IW-Expertin, seien die Unterschiede zwischen den Absolventen/-innen von Bachelor- und Masterstudiengängen ziemlich gering. Doch auch wenn es in den befragten Unternehmen um Auswahlentscheidungen für höhere Fach- und Führungspositionen gehe, spielten die Leistungen der Akademiker/-innen in der betrieblichen Praxis und Kriterien wie Identifikation mit den Unternehmenszielen oder Kommunikationsfähigkeit eine größere Rolle als formale Bildungsabschlüsse.

Ähnliches gilt für die Einstiegsgehälter, die laut Studie „eher fächer- als abschlussabhängig“ seien und sich an den Kompetenzanforderungen der zu besetzenden Position orientieren. So gaben beispielsweise zwei Drittel der befragten Unternehmen an, Bachelorabsolventen/-innen das gleiche Gehalt wie Diplomabsolventen/-innen zu zahlen. Und laut Gehaltsstudie 2011 der Personalvermittlung „alma mater“ kommt es bei der Höhe des Gehalts mindestens genauso auf die Größe des beschäftigenden Unternehmens wie auf den Abschluss an.

Exkurs: Hartnäckige Staatsexamina

Seit elf Jahren wird das deutsche Studiensystem auf die Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Doch nicht alle Fächer ziehen mit. Ausnahmen sind: Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Jura, Pharmazie und Lebensmittelchemie sowie die Lehrerprüfungen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Bei vielen dieser Fächer ist das Thema Umstellung vorerst vertagt.

„Ich denke, dass sich hier in den kommenden Jahren wahrscheinlich nicht viel ändern wird“, bestätigt Birger Hendriks, Bologna-Experte der Kultusministerkonferenz (KMK). Insgesamt machen die nicht-umgestellten Studiengänge rund 18 Prozent an deutschen Hochschulen aus. „Hier sprechen wir mehrheitlich von Staatsexamensstudiengängen“, weiß der KMK-Bolognaexperte. Der große Rest ist nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bereits auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Zum Wintersemester 2010/2011 immatrikulierten sich über drei Viertel aller Erstsemester in einem dieser „neuen“ Studiengänge.

Mediziner in blauer Schutzkleidung im OP.

Staatsexamen bleibt Voraussetzung: Medizinstudium.

Foto: Tilman Weishart

Vor allem in der Mediziner- und der Juristenausbildung wird jedoch an der staatlichen Prüfung festgehalten. „Das Staatsexamen wird Voraussetzung für den approbierten Arzt bleiben“, sagt Dr. Volker Hildebrandt, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages (MFT). Seiner Meinung nach sei die Umstellung auf das zweigestufte Studiensystem nicht sinnvoll, da mit dem Bachelor keine Berufsbefähigung als Arzt möglich sei. Aber: „In Deutschland werden zurzeit über 20 Bachelor- und über 60 Masterstudiengänge an medizinischen Fakultäten angeboten“, weiß Dr. Volker Hildebrandt. Zudem sei es in der Medizin bereits möglich, neben dem Staatsexamen etwa einen Masterabschluss in Health Economics zu erwerben, wie dies beispielsweise die Uni Heidelberg anbietet. Hier können sich angehende Ärzte etwa im Bereich der Vergütung ärztlicher Leistung fit machen.

Nach aktuellem Beschluss der Justizministerkonferenz gehen die Juristen noch einen Schritt weiter. „Den Hochschulen steht es frei, innerhalb der Staatsexamensausbildung auch einen Bachelor- oder Masterabschluss zu verleihen“, fasst Ralf Burgdorf, Vizepräsident des Landesjustizprüfungsamtes in Sachsen-Anhalt, den Beschluss der Landesjustizministerkonferenz vom Mai 2011 zusammen, deren Vorsitz das Bundesland Sachsen-Anhalt damals inne hatte. Aber er stellt auch klar: „An unserer bewährten Ausbildung wird sich nichts ändern, das Staatsexamen bleibt weiter Voraussetzung für Studierende, die Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt werden wollen.“

Umfrage

Branchenvertreter über Masterabsolventen/-innen

„Studienwahl“ wollte von Unternehmen wissen: Stellen Sie lieber Bachelor- oder Masterabsolventen/-innen ein? Aus den verschiedenen Antworten der Personalverantwortlichen lässt sich eine gemeinsame Aussage ableiten: Es kommt auf Position und Branche an.

Dirk Meyer,
Geschäftsführer Bildung, Wirtschaft, Arbeitsmarkt
im Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)

Ein Masterstudium im Fach Chemie ist eine gute Basis für eine erfolgreiche Karriere in der Chemie-Industrie. Bei Chemie-Absolventen/-innen, die den Einstieg in Forschung und Entwicklung anstreben, erwarten die Unternehmen in der Regel zusätzliche Qualifikationen: Promotion, Postdoc-Aufenthalt, Forschungs- und Auslandserfahrung stellen nach wie vor das Wunschprofil dar. Das klassische Karrieremuster Bachelor – Master – Promotion ist in der Industrie für Chemie-Studierende weiterhin der Normalfall. Das zeigen auch aktuelle Zahlen: Im Jahr 2010 schlossen fast alle Bachelorabsolventen/-innen in Chemie oder Biochemie ein Masterstudium an. Neun von zehn frisch gebackenen Diplom- oder Master-Absolventen/-innen entschieden sich im Anschluss auch für die Promotion.

Kristin Ebert,
ORGANOBALANCE GmbH

Wir sind ein auf mikrobielle Stammentwicklung und mikrobiologisches Screening spezialisiertes Forschungsunternehmen. Bei uns arbeiten Absolventen/-innen des Masterstudiengangs Biotechnologie als Projektleiter/innen. Zu ihren Aufgaben gehören wissenschaftliche und patentrelevante Recherchen, aber auch die Planung und Steuerung der dazugehörenden Versuche im Labor. Da das Masterstudium einen höheren Forschungsbezug hat, wäre ohne den Master eine Tätigkeit als Projektleiter/in nicht möglich.

Simone Zilgen,
Leiterin Personalmarketing, METRO AG

Die meisten Absolventen/-innen, die sich bei uns bewerben, haben einen Master. Die Bewerber/innen entscheiden sich häufig für den Master, da sie der Meinung sind, dann bessere Einstiegschancen zu haben. Doch auch Bewerbungen von Bachelorabsolventen/-innen sind bei uns im Unternehmen gern gesehen, wenn entsprechende Praxisphasen nachgewiesen werden können. Wir begrüßen es, wenn Bachelorstudierende sich etwa in den Semesterferien oder in einem eigenen Praxissemester länger Zeit nehmen, um Arbeitserfahrung zu sammeln oder Zusatzqualifikationen zu erwerben. Wichtiger als spezielle Qualifikationen für den jeweiligen Bereich sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale: Die Bewerber/innen müssen zur jeweiligen Unternehmenskultur passen.

Dr. Volker Brennecke,
Koordinator Berufs- und Bildungspolitik des VDI

Ein Master ist sinnvoll, wenn man in Bereichen arbeiten möchte, in denen viel theoretisches Wissen notwendig ist, etwa Entwicklung und Konstruktion. Die Quote derjenigen, die nach dem Bachelor noch den Master aufsatteln, ist in den Ingenieurwissenschaften heute noch so hoch wie in keiner anderen Disziplin. Doch auch mit dem Bachelor hat man gute Chancen, etwa bei mittelständischen Unternehmen, in der Produktion oder im Vertrieb. Der Vorteil des neuen Systems liegt darin, dass angehende Ingenieure/-innen sich flexibel entscheiden können: Gehe ich nach dem Bachelor in die Praxis oder möchte ich mein Wissen vertiefen und mich spezialisieren?

Anja Pasquay,
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.

Der Zugang zum Beruf des Journalisten ist frei. Daher sind formalisierte Abschlüsse zwar offiziell keine Bedingung, aber natürlich wünschenswert. In den Redaktionen werden zum Beispiel händeringend Journalisten/-innen mit einem wirtschaftswissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund gesucht. Da insgesamt das Bewerberangebot gerade für journalistische Tätigkeiten jedoch sehr groß ist, wird heute noch stärker auf eine gute formale Qualifikation geachtet als früher.

Konsekutiver Master

Nach dem Master promovieren

Bei der Suche nach Medikamenten gegen Alzheimer könnte Timo Piechatzek künftig helfen. Der 26-Jährige belegt im dritten Semester den Masterstudiengang Biologie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und will sich auf Biophysik spezialisieren.

Forschen und Arbeiten im Labor

Foto: Alex Becker

Nach dem Biologie-Bachelor an der Heine-Uni bewarb er sich sofort um einen Masterstudienplatz. „Da ich auf jeden Fall in der Forschung arbeiten und gern meinen Doktor machen möchte, stand es für mich außer Frage, den Master draufzusatteln.“ Sein zwölfwöchiges Projektpraktikum, das in den Masterstudiengang integriert ist, absolviert er derzeit am Institut für Physikalische Biologie der Uni Düsseldorf. „In diesem Gebiet wird unter anderem die Proteinstruktur von Molekülen untersucht. Dieses Wissen ist notwendig, um beispielsweise geeignete Medikamente gegen Alzheimer oder Parkinson entwickeln zu können“, erklärt Timo Piechatzek.

Der Düsseldorfer finanziert sein Studium mit Unterstützung der Eltern. Im Bachelorstudium hat er außerdem nebenbei gejobbt. Das ist für ihn jetzt nicht mehr möglich. „Das Studium ist noch intensiver geworden, da wir tiefer in die Materie einsteigen. Im Bachelorstudiengang ging es mehr um die Grundlagen und darum, sich in unterschiedliche Fachgebiete der Biologie einzuarbeiten.“ Damit der Studienerfolg nicht wegen eines Nebenjobs leidet, hat Timo Piechatzek nun einen KfW-Studienkredit aufgenommen (www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/KfW-Studienkredit/index.jsp). Nach dem Master möchte er sich um eine Promotionsstelle an der Uni oder in einem Unternehmen bewerben.

Weiterbildender Master

Berufsbegleitend zum Abschluss

Gerhard Zeiss (33) hat sich für den Weiterbildungsstudiengang „General Management“ entschieden. Er studiert berufsbegleitend an der Hochschule Deggendorf im zweiten Semester.

Ein Mann zeichnet eine Strukturskizze auf ein Plakat.

Strategische Planung ist ein mögliches Anwendungsfeld, das mit einem Master erschlossen werden kann.

Foto: Sonja Trabandt

Zu den Zulassungsvoraussetzungen für das Masterstudium gehören mindestens zwei Jahre Berufserfahrung und der Nachweis guter Englischkenntnisse. Gerhard Zeiss, der im Erststudium den Diplomstudiengang BWL absolviert hatte, arbeitet bei einem Großunternehmen im Bereich Medizintechnik. „Wir betreuen eine globale Kundschaft. Hat ein Arzt in den USA zum Beispiel Probleme mit einem medizinischen Gerät, wird ein passender Service organisiert“, sagt er.

Mit dem Masterabschluss hofft Gerhard Zeiss, in das Management wechseln zu können. „Ich möchte stärker im Bereich strategische Planung arbeiten und Personalverantwortung übernehmen.“ In dem MBA-Programm setzen sich die Studierenden zum Beispiel mit Projektmanagement auseinander, reflektieren Eigenschaften, die eine Führungskraft braucht, schulen ihre interkulturellen Kompetenzen und lernen, mit Managementinstrumenten umzugehen. In den Studiengang integriert ist ein Auslandsstudium an der Santa Clara University in San Francisco.

In der Regel finden die Lehrveranstaltungen während der 17-monatigen Präsenzphase an jedem Wochenende von Freitag ab 14 Uhr bis Samstag um 17 Uhr statt. „Ein Masterstudium neben dem Beruf ist natürlich anstrengend. Manchmal nutze ich Urlaubstage zum Lernen“, sagt Gerhard Zeiss. Bei seinem Qualifizierungswunsch wird er von seinem Arbeitgeber unterstützt. „Da viele Vorlesungen am Freitag stattfinden, werde ich in dieser Zeit freigestellt, zudem übernimmt das Unternehmen aufgrund einer Sonderregelung die Studiengebühren für mich.“

Weitere Informationen

Hochschulkompass
Informationsangebot der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Hier können Sie unter anderem nach weiterbildenden Studienangeboten recherchieren.
www.hochschulkompass.de

FINDER
studienwahl.de verfügt über eine eigene Studiengangssuchmaschine, den FINDER, mit dessen Hilfe Sie unter anderem das Gesamtangebot konsekutiver Masterstudiengänge durchforsten können.
www.studienwahl.de/de/studieren/finder.htm

KURSNET
Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier können Sie auch nach Studiengängen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

abi>> dein weg in studium und beruf
Im Portal der Bundesagentur für Arbeit können Sie sich in der Rubrik „Studium > Master / Weiterführende“ über verschiedene Studiengänge informieren. Zudem liefert das Portal Informationen zu allgemeinen studienrelevanten Themen wie Finanzierung oder Auslandsaufenthalte.
www.abi.de

Informationen zum BAföG
bietet die Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.das-neue-bafoeg.de

DAAD
Der Deutsche Akademische Austausch Dienst informiert unter anderem über das Studium im Ausland.
www.daad.de

Studien:

Studie von HIS und IW-Köln:
Mit dem Bachelor in den Beruf
www.stifterverband.org/publikationen_und_podcasts/positionen_dokumentationen/
mit_dem_bachelor_in_den_beruf/mit_dem_bachelor_in_den_beruf.pdf

HIS-Absolventenbefragung des Jahrgangs 2009 (erschienen Okt. 2011) www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201117.pdf

KMK-Beschluss:
Situation im Masterbereich und statistische Erfassung von Masterstudienplätzen
www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/
2011/2011_04_29_Masterbericht.pdf

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