Logo Kultusminister-Konferenz Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo studienwahl.de
Ein Tablet und ein Apfel liegen auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Boot am Strand in Spanien.
Foto: Loos
Auslandsstudium mit Erasmus+
Drucken Versenden

Polarlichter, eine ungewöhnliche Sprache und viele internationale Bekanntschaften: Für Jan Vollmer war das Bachelorsemester in Seinäjoki, Westfinnland, eine „sehr aufregende und bereichernde Zeit“. Der 24-Jährige studiert Betriebswirtschaft an der Hochschule Ansbach und verbrachte sein viertes Semester an der Seinäjoki University of Applied Sciences (Seinäjoen ammattikorkekoulu). Seit Juni 2015 ist er wieder zurück in Deutschland.

Vor seiner Reise informierte er sich im Detail beim International Office seiner Hochschule über Austauschprogramme wie Erasmus+ und entschied sich schließlich für die Partnerhochschule in Finnland. Das Bewerbungsverfahren war daher keine große Herausforderung für ihn: „Neben Angaben zu Person und Hochschule wurde noch ein kurzes Motivationsschreiben verlangt.“ Finnische Sprachkenntnisse musste er nicht vorweisen, weil alle Vorlesungen auf Englisch abgehalten wurden. Der Austausch wurde mit 500 Euro pro Monat über Erasmus+ gefördert; mit Hilfe der Gasthochschule fand er zudem Platz in einem Wohnheim.

Profitieren von internationaler Gemeinschaft

Foto von Jan Vollmer.

Jan Vollmer

Foto: Privat

Das Studium war in vielerlei Hinsicht anders als in der Heimat. „Finnland ist ein weniger förmliches Land. Professor(inn)en werden geduzt und verbringen auch mal ihre Freizeit mit den Studierenden.“ Dennoch ist das Studium anspruchsvoll: „Hausaufgaben sowie ein wöchentlich wechselnder Stundenplan gehörten zum Standard, genauso wie Klausuren, die über das ganze Semester verteilt waren.“

Besonders profitiert hat er von der internationalen Gemeinschaft mit den vielen Studierenden aus aller Welt. „Man verbessert sein Englisch, lernt andere Nationen und Kulturen kennen und knüpft internationale Kontakte.“ Auch seinem Studium tat das Auslandssemester gut: Alle in Finnland absolvierten Kurse wurden ihm angerechnet.

Durchweg alle zurückkehrenden „Outgoings“ würden ihr Erasmus-Semester als positive Erfahrung bewerten, berichtet Bettina Huhn, Leiterin des International Office der Hochschule Ansbach. „Die skandinavischen Länder zählen an unserer Hochschule zu den beliebtesten Zielen.“ Deutschlandweit sind die gefragtesten Zielländer der deutschen Studierenden nach Angaben des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) im Zeitraum 2013/14 Spanien (5.339 Studierende), Frankreich (4.877) und Großbritannien (3.140) gewesen.

Das Erasmus+-Programm im Überblick

Erasmus+ ist ein Austauschprogramm der Europäischen Kommission. In Deutschland wird es in Zusammenarbeit mit den nationalen Agenturen im DAAD, beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), im Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD) und der nationalen Agentur Jugend für Europa sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) angeboten. Die Koordinierung von Erasmus+ im Hochschulbereich übernehmen die International Offices. Bis 2013 sind nach Angaben des DAAD ca. drei Millionen Studierende europaweit mit Erasmus unterwegs gewesen– fast 80 Prozent davon für ein Studium, der Rest für ein Praktikum. Aus Deutschland sind im Jahr 2014 36.256 Studierende mit Erasmus+ ins Ausland gegangen, was eine Steigerung um rund 4% bedeutet. Das geht aus dem Bericht „Wissenschaft weltoffen 2015“ hervor, der vom DAAD und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung herausgegeben wurde. Wichtig zu wissen: Erasmus+ richtet sich nicht nur an Studierende, sondern auch an junge Menschen in der Berufsausbildung sowie Lehrende.

Die meisten Universitäten und Hochschulen verfügen über Partnerhochschulen in verschiedenen Ländern, mit denen ein über Erasmus+ geförderter Austausch möglich ist. Die Liste der Partneruniversitäten erhalten Sie beim International Office Ihrer Hochschule. Sollten Sie schon vor dem Studium einen Aufenthalt in einem bestimmten Land planen, so ist es von Vorteil, sich schon bei der Hochschulwahl über die jeweiligen Partnerhochschulen zu informieren. Bei Fragen sprechen Sie am besten direkt mit Ihrem/Ihrer zuständigen Erasmus-Koordinator/-in an der Hochschule.

Mit Erasmus+ wurden zum 1. Januar 2014 einige Neuerungen eingeführt: „Erasmus+ bietet den Studierenden ein deutliches Plus hinsichtlich Förderungsdauer und Flexibilität in der Nutzung der Förderungen“, sagt Dr. Hanns Sylvester, Direktor der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD. Seit dem Programmstart können Studierende mehrmals pro Studienzyklus sowie Graduierte bis maximal ein Jahr nach Abschluss gefördert werden. So ist es möglich, während des Bachelor-, Master- und Promotionsstudiums für jeweils bis zu zwölf Monate Mobilitätszuschüsse zu erhalten, also insgesamt für drei Jahre. Dabei müssen die zwölf Monate nicht zusammenhängend absolviert werden, sondern können innerhalb eines Studienzyklus und auf verschiedene Länder verteilt werden. Bei den einzelnen Phasen ist lediglich eine Mindestdauer einzuhalten, die bei Studienaufenthalten drei Monate und bei Praktika zwei Monate beträgt.

Foto von Dr. Hanns Sylvester.

Dr. Hanns Sylvester

Foto: DAAD

Die Fördersätze für Studienaufenthalte sind in Erasmus+ nach drei Ländergruppen gestaffelt. Die Leistungen bewegen sich insgesamt zwischen 150 und 500 Euro monatlich. Studierende können sich von Studien-, Registrierungs-, Prüfungs-, Labor- und Bibliotheksgebühren an der Gasthochschule befreien lassen. Bei der Vorbereitung und Durchführung des Auslandsaufenthalts werden sie unterstützt – kulturell, sprachlich und organisatorisch. Bei Bedarf ist mittlerweile ein Onlinesprachkurs im Rahmen des Online Linguistic Support (OLS) möglich. Außerdem können Sonderzuschüsse für einen Auslandsaufenthalt mit Kindern oder bei besonderen Bedürfnissen (d.h. Behinderung bzw. chronische Erkrankung mit Nachweis) beantragt werden.

Zusätzlich Auslands-BAföG möglich?

Auch Studierende im Ausland können unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen nach dem BAföG beantragen. Dazu muss der Auslandsaufenthalt grundsätzlich im Rahmen des Studiums stattfinden und mindestens sechs Monate oder ein Semester dauern bzw. (bei einem Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) zwölf Wochen. Ein Studium innerhalb der EU sowie der Schweiz kann auch gefördert werden, wenn es vollständig im Ausland absolviert wird. Außerhalb der EU kann – außer bei Studienaufenthalten im Rahmen einer Hochschulkooperation – höchstens für die Dauer eines Jahres mit BAföG gefördert werden und grundsätzlich nur, sofern es dem Ausbildungsstand nach förderlich ist und zumindest z.T. auf das Studium an der Heimathochschule angerechnet werden kann.

Zu den normalen Fördersätzen können Studierende im Ausland bei Erfüllung der Bedingungen auch Zuschläge erhalten, etwa für Studiengebühren, Reisekosten oder Versicherungen. Da die Bedarfssätze im Ausland höher als im Inland liegen können, kann sich der Antrag auch für Studierende lohnen, die im Inland keine Leistungen nach dem BAföG erhalten. Auch ein Praktikum im Ausland kann nach dem BAföG gefördert werden, wenn es für die Durchführung der Ausbildung erforderlich ist und der Inhalt in den Ausbildungsbestimmungen geregelt ist. Weiterführende Informationen zum Auslands-BAföG finden Sie unter studienwahl.de.

Bei Studierenden, die bereits eine anderweitige Förderung erhalten, wird diese bei der Ermittlung des BAföG-Anspruchs angerechnet. Allerdings bleiben im Fall von einkommensteuerfreien Leistungen – zum Beispiel aus einem begabungs- und leistungsabhängigen Stipendium oder Mobilitätsstipendien aus öffentlichen Mitteln – monatsdurchschnittlich 300 Euro anrechnungsfrei; ein darüber hinausgehender Betrag wird angerechnet. Der Antrag auf Auslands-BAföG kann sich also auch für Erasmus+-Geförderte lohnen. Konkrete Informationen erteilen die zuständigen Auslandsämter (siehe: www.bafög.de/de/ausland---studium-schulische-ausbildung-praktika-441.php).

Neuerungen in 2015 bei Erasmus+

Seit 2015 gibt es im Erasmus+-Programm erstmals auch die Möglichkeit, ein ganzes Masterstudium – einjährig oder zweijährig – mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert zu bekommen. „Der Unterschied zum BAföG ist, dass die Förderung unabhängig vom Einkommen erfolgen soll, erklärt Hanns Sylvester. „Bisher ist es aber mit Spanien bisher nur einem Land gelungen, eine Partnerbank zu finden, die diese zinsgünstigen Kredite vergibt. In Deutschland und anderen Ländern laufen die Verhandlungen mit den Banken noch.“

Ebenfalls seit 2015 bietet Erasmus+ die Möglichkeit, Austausche auch mit Ländern außerhalb Europas, sogenannte Partnerländer, etwa in Lateinamerika oder Asien, zu organisieren.  „Durch diese Neuerungen leistet Erasmus+ auch einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Hochschulen. Nutzen Sie die Möglichkeiten“, appelliert Hanns Sylvester.

Wie und wo muss man sich bewerben?

Foto von Bettina Huhn.

Bettina Huhn

Foto: Privat

Egal wohin es gehen soll, das Bewerbungsverfahren läuft an jeder Hochschule und für jedes Zielland etwa gleich ab. Beim jeweiligen International Office werden die Bewerbungen für ein Semester oder ein Praktikum mit Erasmus+ eingereicht. Ein Auswahlgremium entscheidet über die Vergabe der Plätze an den Partnerhochschulen und die Mobilitätszuschüsse. „Zu den Auswahlkriterien zählen der Studienfortschritt, bisher erbrachte Studienleistungen, gesellschaftliches Engagement in und außerhalb der Hochschule sowie Kenntnisse der Unterrichts- und Landessprache“, weiß Bettina Huhn. Die ausgewählten Studierenden werden dann von den Mitarbeiter(inne)n der Partnerhochschule weiter betreut. An der Heimathochschule wird ein Learning Agreement abgeschlossen, das die Kurse auflistet, die im Ausland belegt und zu Hause angerechnet werden.

Frühe Planung ist wichtig

Bettina Huhn rät, bereits im ersten Semester mit der Planung des Auslandsaufenthaltes zu beginnen. „So können sie den Studienplan der Heimathochschule schon von Anfang an mit dem Kursangebot einer Wunschgasthochschule abstimmen. Die konkrete Bewerbung um einen Erasmus+-Platz sollte mindestens ein halbes Jahr vor dem Antritt des Auslandsaufenthaltes erfolgen“ (weitere Infos dazu siehe Checkliste).

Der beste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt ist schwer festzulegen und hängt von den Zielen ab. „Das zweite Studienjahr ist für ein Auslandssemester geeignet, wenn man Grundlagenfächer belegen will, die im Ausland sowieso ähnlich sind wie zu Hause“, findet Bettina Huhn. Wer wiederum die Schwerpunkte des Studiums in Deutschland durch zusätzliche Vertiefungen im Ausland ergänzen möchte, bemüht sich am besten in einem höheren Semester um einen Platz an der Partnerhochschule. Für ein Praktikum bietet sich zum Beispiel das Semester an, das laut Studienordnung für das Pflichtpraktikum vorgesehen ist.

Checkliste

Den Aufenthalt organisieren

Was sollte wann vor dem Auslandsstudium erledigt werden? Die wichtigsten Hinweise und Tipps gibt Bettina Huhn vom International Office der Hochschule Ansbach.

Möglichst schon zu Beginn des Studiums / im ersten Semester:

  • Sich bei der eigenen Hochschule über das Angebot der Erasmus+-Partnerhochschulen informieren, zum Beispiel auf der Homepage der Hochschule, beim „Internationalen Tag“ oder in den Erfahrungsberichten.
  • Eine Bescheinigung über die eigenen Fremdsprachenkenntnisse einholen. Ggf. über Kurstermine informieren und Sprachkurs besuchen.

Mindestens ein halbes Jahr vor Antritt des Auslandsaufenthalts:

  • Sich beim International Office um einen Platz im Erasmus+-Programm bewerben.
  • Eventuell Auslands-BAföG beantragen (sechs Monate Bearbeitungszeit beachten).

Nach der Nominierung bei der Partnerhochschule:

  • Ein Learning Agreement erstellen, in dem festgelegt wird, welche Kurse im Ausland besucht werden und wie sie an der Heimathochschule anerkannt werden.
  • Das dortige Aufnahmeverfahren durchlaufen. Dazu gehören etwa die Online-Registrierung sowie die Zusendung von erforderlichen Nachweisen wie einem Notenspiegel und dem Learning Agreement.

Nach der offiziellen Zulassung an der Partnerhochschule

  • Einen Platz im Wohnheim der Partnerhochschule beantragen oder anderweitig nach einer Unterkunft suchen. Hier hilft oftmals die Gasthochschule mit konkreten Adressen oder Tipps weiter.
  • Die Annahmeerklärung für den Zuschuss unterzeichnen. Die erste Rate wird dann in der Regel unmittelbar ausgezahlt.
  • Eine (Auslands-)Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung abschließen (am bequemsten über Gruppenversicherung des DAAD).
  • Eventuell einen vorbereitenden Sprachkurs vor Ort buchen oder einen der Onlinekurse des Online Linguistic Support (OLS) belegen (wird ebenfalls aus Erasmus+-Mitteln bezuschusst).

Und dann: Die Reise organisieren!

Reportage Auslandspraktikum

¡Buenos días, España!

Alina Moers (22) studiert Englisch und Spanisch auf Lehramt an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. In Madrid macht sie derzeit ein Auslandspraktikum – und taucht dabei tiefer in die spanische Sprache ein.

Eine Straße in Madrid.

Foto: Loser

Im International Office der Universidad Politécnica de Madrid hilft Alina Moers bei der Organisation der Sprachkurse. Und nebenbei verbessert sie ihre eigenen Spanischkenntnisse. „Dies wollte ich damit auch erreichen, außerdem ist ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt in meinem Bachelorstudium Pflicht“, begründet sie ihre Entscheidung. Sie will jedoch mehr Zeit im Ausland als vorgeschrieben verbringen – nach fünf Monaten Praktikum in Spanien ist bereits ein fünfmonatiges Auslandsemester in Irland fest geplant. „Als zukünftige  Lehrkraft ist es mir besonders wichtig, sehr gute Kenntnisse über Sprache und Kultur zu besitzen.“

Die Stunden im International Office vergehen wie im Flug. „Meine Chefin ist sehr hilfsbereit und beantwortet mir jede Frage, die Atmosphäre im Büro ist sehr locker.“ Da das Semester in Spanien gerade begonnen hat, kümmert Alina Moers sich derzeit noch um die Anmeldungen zu den Sprachkursen. „Es ist äußerst interessant zu sehen, was alles so hinter den Kulissen in einer Universität passiert. Außerdem bekomme ich einen Einblick in andere Berufe, die mit einem Sprachenstudium möglich sind, etwa in der Verwaltung einer Sprachschule oder einer Bibliothek.“

Internationale Wohngemeinschaft

Foto von Aline Moers.

Alina Moers

Foto: Privat

Die Bewerbung lief für die Studentin unkompliziert ab. „Aufmerksam geworden bin ich durch eine Internetseite der RWTH, auf der Praktikumstellen im Ausland ausgeschrieben werden. Nach einiger Suche habe ich eine nicht-technische Stellenausschreibung gefunden und gleich per E-Mail angefragt.“ Die Stelle war noch frei und sie reichte ihre Bewerbung ein, zu der Anschreiben, Lebenslauf und ein Motivationsschreiben gehörten. Auch die Zusammenarbeit mit dem International Office in Aachen gestaltete sich reibungslos. „Ich brauchte nur das Learning Agreement von meiner Praktikumsstelle auszufüllen und im Fachbereich Romanistik unterschreiben zu lassen. Dieser Nachweis war mit der Bewerbung abzugeben.“ Kurze Zeit später kam die Zusage.

Vor ihrer Abreise schloss Alina Moers eine Krankenversicherung für das Ausland ab, die im Falle des Falles etwa Krankenhausaufenthalte oder einen Krankenrücktransport übernimmt. Über das Internet machte sie sich auf die Suche nach einer Unterkunft und fand ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit einer Spanierin und einer Italienerin. Bevor es auf die Reise ging, bekam sie den gesamten Förderbetrag überwiesen, in diesem Fall rund 330 Euro monatlich. „Davon kann ich einen Teil der Kosten decken. Den Rest finanziere ich durch eigene Ersparnisse und Unterstützung meiner Eltern.“ Nach dem Erasmus+-Praktikum geht es für sie nahtlos weiter zum Auslandsemester nach Irland. „Ich fliege direkt ab Madrid.“

Reportage Masterstudium

Ein Mastersemester in den Niederlanden

Im Rahmen eines Erasmus Mundus „Joint Master“ Studienganges verbrachte Julian Loh (29) sein Sommersemester mit Erasmus+ an der Rijksuniversiteit Groningen in den Niederlanden.

Fahrräder auf einer Brücke in Amsterdam.

Foto: Bemmann

Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung und einem anschließenden Bachelorstudium in Geografie hatte sich Julian Loh für den Master „International Humanitarian Action“ (Humanitäre Hilfe) an der Ruhr-Universität in Bochum entschieden. Ziel des dreisemestrigen, inter-universitären Masterstudiums ist es, für professionelle internationale humanitäre Hilfe auszubilden. „Das Auslandssemester ist bei uns obligatorisch“, erklärt er. „Es wird empfohlen, es an einer der sechs Partnerhochschulen zu absolvieren.“

An der Rijksuniversiteit Groningen interessierte ihn vor allem die Spezialisierung „Disaster Analysis and Intervention Design“. Durch den Auslandsaufenthalt kann er abschließend ein Erasmus Mundus Joint Master Degree erwerben, also einen international anerkannten Doppel- bzw. Mehrfachabschluss.

Die Bewerbung für den Platz in Groningen hatte Julian Loh bereits mit der Bewerbung zum Masterstudium vorgenommen. „Da das Auslandssemester zum Studium gehört, war es auch klar, dass ich eine Zusage für Groningen bekommen würden“, erklärt er.

Er wurde an der Partneruniversität angemeldet und bei allen Formalitäten unterstützt. So half das Bochumer International Office beim Ausfüllen der Anträge für das Erasmus+-Stipendium. Für das komplette Semester, in diesem Fall viereinhalb Monate, wurde er dann mit insgesamt 1.000 Euro gefördert.

Arbeitsintensives Studium auf Englisch

Foto von Julian Loh.

Julian Loh

Foto: Privat

Die Unterrichtssprache vor Ort war Englisch, für Julian Loh kein Problem: „Da das gesamte Masterstudium auf Englisch erfolgt, war es in Groningen nur eine Fortsetzung.“

Um eine Unterkunft musste Julian Loh sich selbst kümmern. „Ich habe über Bekannte, die in Groningen studiert hatten, ein WG-Zimmer gefunden.“ Dort wohnte er mit einer deutschen Kommilitonin, einer Holländerin und einem Brasilianer. „Holland ist ein sehr entspanntes Land und die ausgeprägte Fahrradkultur macht Spaß“, berichte er von seinen Erfahrungen.

„An der Uni waren die Regeln etwas strenger, als ich es aus Deutschland gewohnt war, etwa was Anwesenheitslisten betrifft. Wie auch in Bochum war es ein sehr arbeitsintensives Studium mit Vollprogramm.“ Module wie “Humanitarian Supply Chain Management” und “Context and Stakeholder Analysis” standen auf seinem Lehrplan. Für einen zehntägigen Aufenthalt zum Zwecke der Feldforschung fuhr er mit Kommilitonen nach Georgien. Dort besuchten sie Nichtregierungsorganisationen, die sich um Flüchtlinge kümmern.

Mittlerweile konzentriert sich Julian Loh auf seine Masterarbeit zum Thema „Geographische Informationssysteme (GIS) in der humanitären Bedarfsermittlung“. Daneben macht er gerade ein Praktikum in der Projektabteilung bei der Nichtregierungsorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ in Bonn. „Die Erfahrungen und neuen Kenntnisse aus dem Auslandssemester kommen mir dabei sehr zugute.“

Adressen und Links

Erasmus+ in Deutschland / Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD (NA DAAD)
www.eu.daad.de/de

Infos zum EU-Programm Erasmus+
www.erasmusplus.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
www.bmbf.de

Studienwahl.de Rubrik „Im Ausland“
www.studienwahl.de/de/chstudieren/chim_ausland.htm

abi>> Rubrik „Wo studieren? > Ausland“
www.abi.de/studium/studienpraxis_campus/ausland.htm

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit
www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsundFachvermittlung/index.htm

Im Text erwähnte Studiengänge, Institutionen und Studien:

„Wissenschaft weltoffen 2015 – Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland“
www.wissenschaftweltoffen.de/publikation

BWL an der Hochschule Ansbach
www.hs-ansbach.de/studium/bachelor_studium/bwl.html

Humanitäre Hilfe an der Ruhr-Universität Bochum
http://studienangebot.ruhr-uni-bochum.de/de/humanitaere-hilfe/master-1-fach

Lehramt an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen
www.rwth-aachen.de/cms/root/Studium/Vor_dem_Studium/Studiengaenge/~rrc/Lehramt1/

Weitere Informationen:

Veranstaltungskalender mit Auslandsmessen und Infotagen
www.studienwahl.de/de/kurse-und-veranstaltungen/infotage-schnupperstudium/anzeigen.htm

Drucken Versenden
Nach obenNach oben
Geprüft von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
17387
Studiengänge
443
Hochschulen
Erweiterte Suche Deutschlandkarte Bedienungshinweis
Suchergebnisfenster schließen
Treffervorschau
Studiengängez.B.:
Buchinhalte:
Aktuelle Beiträge: