Logo Stiftung für Hochschulzulassung Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo studienwahl.de
Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Geowissenschaften

Kurzcharakteristik des Studienbereichs

  • Die Geophysik befasst sich mit der Physik der Erde und ihres Magnetfeldes sowie den Einwirkungen aus dem Weltraum auf den Planeten Erde.
  • Mit den physikalischen Vorgängen in der Lufthülle der Erde, der Atmosphäre, beschäftigt sich die Meteorologie (Wetterkunde). Ihre Aufgabe ist die Vorhersage von Wetter-, Klima- und Umweltveränderungen. Da die Vorgänge in der Atmosphäre nicht allein durch die Physik beschrieben werden können, besitzt die Meteorologie zahlreiche interdisziplinäre Verknüpfungen mit der Chemie, Biologie und Geophysik. Langfristige Veränderungen der Atmosphäre untersucht die Klimaforschung.
  • Die Ozeanographie (Meereskunde) befasst sich vornehmlich mit der Physik des Meeres, wobei die Wechselwirkung zwischen ozeanischen und atmosphärischen Strömungen wegen ihrer Bedeutung für Wetter und Klima im Vordergrund steht. In der Kartographie (Seekarten) berührt sie sich mit der Geographie.
  • Die Geologie befasst sich mit der Entwicklung und dem Aufbau der festen Erdkruste; dabei untersucht sie im exogenen Bereich die physikalischen und chemischen Veränderungen an der Oberfläche, im endogenen die thermischen und mechanischen Einwirkungen in der irdischen Gesteinshülle, die im Laufe der Erdgeschichte zu großen Veränderungen geführt haben. Datierungsmittel sind versteinerte Tiere und Pflanzen (Paläontologie, Geschichtswissenschaft des Lebens auf der Erde) und radiometrische Zeitmessungen.
  • Die Mineralogie ist die materialbezogene Geowissenschaft. Sie erforscht die chemischen, physikalischen und biogenetischen Eigenschaften der Materie und deren Rolle in den Prozessen des Systems Erde. Ihre Methoden und Konzepte zielen gleichermaßen auf die Erforschung natürlicher und synthetischer Stoffe und deren Anwendung. Schwerpunkte sind einerseits die Kristallographie, andererseits die Petrologie (Gesteinskunde), Geochemie und Lagerstättenkunde; letztere hat besondere Bedeutung für den Bergbau.
  • Die Geoökologie befasst sich als eine an Umweltproblemen ausgerichtete, interdisziplinäre, angewandte Naturwissenschaft mit Energie- und Stoffkreisläufen zwischen der Lufthülle der Erde (Atmosphäre), dem Boden (Pedosphäre), dem geologischen Untergrund (Litosphäre), der Wasserhülle der Erde (Hydrosphäre) und dem Lebensraum der Erde (Biosphäre).
  • Die geowissenschaftlich ausgerichtete Hydrologie erforscht auf naturwissenschaftlicher Grundlage die hydrologischen Prozesse und Systeme. Dabei berücksichtigt sie auch die Aspekte einer modernen Umweltwissenschaft und entwickelt ökologisch orientierte und interdisziplinäre Ansätze. Die Ausbildung basiert auf einem eigenständigen Studiengang Hydrologie. Wichtige Hilfswissenschaften für die Geowissenschaften sind die Mathematik, Physik, Biologie und Chemie.
  • Die Angewandte Geologie befasst sich mit der Wechselbeziehung Geologie – Mensch. Sie untersucht die oberflächennahen Boden- und Gesteinsschichten unter anwendungsbezogenen Aspekten, u.a. stellt sie Risikoanalysen auf, untersucht die Bebaubarkeit von Flächen oder die Nutzung von Boden und Fels. Im Vordergrund stehen die mechanischen, untergeordnet die chemischen Eigenschaften und ihre räumliche Verteilung in begrenzten Gebieten bezogen auf konkrete Fragestellungen.
  • Die Geotechnik beschäftigt sich mit Boden und Fels für bautechnische Zwecke. Als Bindeglied zwischen der Angewandten Geologie und dem Bauingenieurwesen dient sie der Umsetzung geowissenschaftlicher Erkenntnisse im Erd- und Grundbau, im Felsbau sowie im Tief- und Spezialtiefbau.
  • Die Geoinformatik ist ein interdisziplinäres Arbeitsgebiet, das eine Brücke zwischen der Informatik und den Geowissenschaften bildet. Sie befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung von Methoden zur computergestützten Lösung fachspezifischer Probleme in Forschung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, bei denen der räumliche Bezug der Informationen wichtig ist. Die gewonnenen Erkenntnisse münden in Geoinformationssysteme (GIS) und ermöglichen es, ortsbezogene Daten z.B. im Umweltschutz, im Verkehrsmanagement oder im Bauwesen zu nutzen.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Beschäftigung finden Geowissenschaftler/-innen überwiegend im Consultingbereich als Sachverständige. So benötigen geologische Beratungsunternehmen, Ingenieur- und Planungsbüros für den Umweltbereich (z.B. Altlastenbearbeitung, Sanierung von Boden, Grundwasser oder Baugrund) geowissenschaftlichen Sachverstand. Weiterhin bestehen Arbeitsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, insbesondere bei Geologischen Landesämtern, bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, im Geoinformationsdienst der Bundeswehr, bei kommunalen Gebietskörperschaften (Kommunen, Landkreise) sowie bei Bergämtern der Länder oder bei Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Ferner existieren bei Herstellern von geowissenschaftlichen Messeinrichtungen, in der Bauindustrie sowie bei Software-Herstellern Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei Betrieben, die nach Rohstoffen suchen (Prospektionsfirmen), finden Geowissenschaftler/-innen nur sehr begrenzt Arbeitsmöglichkeiten.

Mineralog(inn)en finden darüber hinaus Arbeit bei Betrieben, welche sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem praktischen Einsatz von neuen Materialien befassen, z.B. Hochleistungsmaterialien, Oberflächen und Beschichtungen, mineralische Baustoffe und Bindemittel, mit der umweltgerechten Behandlung und Entsorgung mineralischer Rückstände oder mit der Sanierung des Kulturerbes.

Meteorolog(inn)en arbeiten hauptsächlich in der Klima- und Umweltforschung in Universitätsinstituten, in Forschungseinrichtungen sowie bei nationalen und internationalen Wetterdiensten; ferner in Ingenieurbüros und Industriebetrieben als Gutachter/-in oder Umweltschutzbeauftragte/-r oder bei Versicherungen in der Risikoabschätzung.

Auch im Geoinformationsdienst der Bundeswehr werden Meteorolog(inn)en u.a. für die Wetterberatung oder im Bereich der Forschung und Weiterentwicklung (z.B. von Vorhersagemodellen eingesetzt).

Studium an Universitäten und Fachhochschulen

Praktische Tätigkeit:

Eine mehrwöchige berufspraktische Tätigkeit während des Studiums bzw. der Semesterferien wird empfohlen oder ist teilweise vorgeschrieben.

Studium:

In allen Studiengängen dieses Bereichs erfolgt im Grundlagenstudium (Bachelor) zunächst eine geowissenschaftliche Basisausbildung mit Modulen aus Physik, Biologie, Chemie und Mathematik. Dazu gehören im Studiengang Geowissenschaften u.a.: die Erde, mineralogisches und petrologisches Grundwissen, Geoinformatik, Geochemie, Sedimentologie, Tektonik, Paläontologie und Erdgeschichte, Hydrogeologie, Geophysik.

Im Vertiefungsstudium (Master) erfolgt je nach Studiengang eine unterschiedliche Schwerpunktbildung:

  • Im Studiengang Geowissenschaften z.B. Module in Gebieten wie Astrophysik, Geochemie, Geoinformatik, Geologie, Geophysik, Hydrogeologie/Umweltgeologie, Ingenieurgeologie/Geotechnik, Mineralogie, Petrologie/Lagerstättenforschung, Paläontologie.
  • Im Studiengang Geoökologie steht die Landschaftsökologie, Bodenkunde, Hydrologie, Mineralogie/Geochemie und Bio-/Geoinformatik im Vordergrund.
  • Im Studiengang Geotechnik und Angewandte Geologie findet eine anwendungsorientierte Vertiefung statt. Hinzu kommen die Teilgebiete der Geotechnik wie Probennahme, Berechnungsverfahren, Boden- und Felsmechanik, Bohrtechnik, Spezialtiefbau.
  • Die Ausbildung im Studiengang Meteorologie umfasst Module in theoretischer, experimenteller und angewandter Meteorologie inklusive der Klimatologie, mit experimentellen und numerischen Praktika sowie einen fachübergreifenden Wahlbereich.

Exkursionen (häufig auch ins Ausland), Kartierpraktika und Geländeübungen sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums und ergänzen die Vorlesungen und Praktika.

Alle Studiengänge anzeigen >>

video


Weitere Informationen

BDG - Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V.
www.geoberuf.de

DGGV Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung
www.dggv.de

Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V.
www.dggt.de

Verband für Geoökologie in Deutschland e. V. (VGöD)
www.geooekologie.de

Deutscher Wetterdienst
www.dwd.de

Geoinformationsdienst der Bundeswehr (GeoInfoDBw)
www.bundeswehrkarriere.de

Drucken Versenden
Nach obenNach oben
Signet Finder
Geprüft von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
Bedienungshinweis
17726
Studiengänge
443
Hochschulen
Erweiterte Suche Deutschlandkarte Bedienungshinweis
Suchergebnisfenster schließen
Treffervorschau
Studiengängez.B.:
Buchinhalte:
Aktuelle Beiträge: