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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Elektro- und Informationstechnik

Kurzcharakteristik des Studienbereichs

Wesentlich geprägt ist dieses Studienfeld durch die großen Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnik, bei eingebetteten Computersystemen (embedded systems), der Mikro- und Nanoelektronik, bei Mikrosystemen bis hin zu neu erschlossenen Bereichen wie den Regenerativen Energien und der Medizintechnik.

Wichtige Schlagworte dürften „Smart Home“ und „Ambient assisted living“ sein – hinter beidem verbergen sich zukunftweisende Technologien, die jungen wie älteren Menschen das Leben leichter machen sollen – vom intelligenten Kühlschrank, der sich selbst via Internetbestellung wieder befüllt, über die per Smartphone fernsteuerbare Heizung bis hin zu Hilfsrobotern für Senioren.

Den unterschiedlichen Erfordernissen der Praxis entsprechend, haben sich mehrere Studienrichtungen entwickelt. Die wichtigsten sind:

  • Elektrische Energietechnik,
  • Informations- und Kommunikationstechnik (Nachrichtentechnik),
  • Automatisierungstechnik,
  • Mikro- und Nanoelektronik,
  • Optoelektronik,
  • Allgemeine Elektrotechnik.

Die Elektrische Energietechnik umfasst die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie. Disziplinen wie Elektromaschinenbau, Elektrowärme, Hochspannungstechnik, Energieversorgung und Leistungselektronik sind hier einzuordnen. Wachsende Aufmerksamkeit finden regenerative Energiequellen (Sonne, Wind, Biomasse).

Die Informations- und Kommunikationstechnik (Nachrichtentechnik) behandelt die Übertragung, Vermittlung und Verarbeitung von Nachrichten (Informationen), wobei die Übertragung leitungsgebunden oder funktechnisch erfolgt. Wichtige Teilbereiche sind digitale Signalverarbeitung, elektrische und optische Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik und Kommunikationsnetze. Inzwischen haben sich an den Hochschulen neue Studiengänge bzw. Vertiefungsrichtungen im Grenzbereich zur Informatik etabliert, so dass die bisherige Trennung zwischen Informationstechnik und Informatik zunehmend an Bedeutung verliert.

Die Automatisierungstechnik befasst sich damit,  Automatisierungssysteme zur Steuerung von Prozessen jeglicher Art zu konzeptionieren, und die hierfür notwendige Hard- und Software zu entwickeln. Automatisierungsaufgaben und leittechnische Problemstellungen setzen u.a. den Einsatz von Methoden der Systemtheorie und Regelungstechnik, der Sensor- und Messtechnik, der Prozessrechner- und Kommunikationstechnik voraus. Multimedia-Techniken spielen an der Schnittstelle Mensch-Maschine inzwischen eine entscheidende Rolle, um die Fülle der Daten für die Anwender/-innen sinnvoll zu visualisieren und nutzbar zu machen. Internet und Webtechnologien erlauben eine weltweite Steuerung, Überwachung und Fernwartung von ganzen Fabriken und Produktionsanlagen.

Besondere Bedeutung hat für alle drei Bereiche die Mikro- und Nanoelektronik. Sie bildet mit der Entwicklung von elektronischen Schaltungen, Halbleiterbauelementen und hochkomplexen integrierten Schaltkreisen die Basis für die wirtschaftliche und technische Erschließung der vorgenannten Bereiche. Diese Studienrichtung behandelt sowohl die physikalisch-technischen Grundlagen der elektronischen Bauelemente als auch ihre systemspezifischen, d.h. anwendungsorientierten Aspekte. Rechnergestützte Entwurfsmethoden und Simulationstechniken spielen neben den technologischen Gesichtspunkten eine große Rolle.

Zu nennen ist zudem die Optoelektronik: Mit Licht werden Informationen gewonnen, übertragen und auf Bildschirmen dargestellt. Arbeitsgebiete für Optoelektroniker/-innen sind u.a. die Lasertechnik, die Bildverarbeitung, die optische Kommunikationstechnik und die optische Sensorik in der Industrie, Verkehrstechnik und Medizintechnik.

In der Allgemeinen Elektrotechnik sind im Sinne einer breiten Ausbildung Lehrveranstaltungen aus den vorgenannten Studienrichtungen enthalten.

Hinweise zu Studienangebot und Anforderungen

Wichtige Grundlagenfächer für das Studium der Elektrotechnik sind Mathematik, Physik und Angewandte Informatik, wobei der Mathematik im Vergleich zu anderen Ingenieurfächern erhöhte Bedeutung zukommt. Mechanik, Werkstoffkunde, technische Wärmelehre sind wichtige Ergänzungsfächer. Aber auch betriebswirtschaftliche Grundlagen und Managementmethoden werden gelehrt. Im fortgeschrittenen Studium spielt die Systemtheorie eine wichtige Rolle, die sich mit der Modellierung, Analyse und Optimierung komplexer Systeme der Informations-, Energie- und Automatisierungstechnik befasst.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Ingenieure/-innen der Elektro- und Informationstechnik findet man in nahezu allen Branchen mit vielfältigen Funktionen und Tätigkeiten. Sie entwickeln, berechnen, konstruieren und erproben neue Bauteile, Geräte, Maschinen, Anlagen und Systeme oder Verfahren zu ihrer Herstellung. Sie überwachen die Herstellung, Montage, Vernetzung, Inbetriebnahme, Instandhaltung und den Betrieb von elektrotechnischen Anlagen und Systemen. Auch in der Forschung, Softwareproduktion, Aus- und Weiterbildung, im Vertrieb und Marketing, der technischen Kundenbetreuung, der Qualitätssicherung, der Betriebsorganisation und im Unternehmensmanagement ergeben sich Tätigkeitsfelder. In interdisziplinären Fachgebieten wie der Mechatronik, dem Wirtschaftsingenieurwesen, der Wirtschaftsinformatik und im Bereich der Medientechnik sind ihre Kenntnisse ebenfalls gefragt.

Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in der Elektro- und Elektronikindustrie, bei Mobilfunkbetreibern und in der Telekommunikationsbranche, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energiewirtschaft, der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Verkehrstechnik und -steuerung, in der Medizin- und Mikrosystemtechnik sowie in Ingenieur- und Konstruktionsbüros.

Zunehmend finden sie auch Beschäftigung bei Softwarefirmen und im technischen Immobilienmanagement. Sie können auch als selbstständige Ingenieure/-innen, als Berater/-innen oder Redakteure/-innen bei Fachzeitschriften arbeiten; ebenso finden sie Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Studium an Universitäten

Praktische Tätigkeit:

Teilweise mehrwöchiges studienbegleitendes Industriepraktikum; ein Praktikum vor Studienbeginn wird empfohlen.

Studium:

Im Grundlagenstudium werden die notwendigen mathematischen, naturwissenschaftlichen und fachspezifischen Basiskompetenzen vermittelt. Dazu gehören Module wie Mathematische Methoden der E-Technik, Höhere Mathematik, Grundgebiete der E-Technik, Informatik für Ingenieure/-innen, Physik, Elektronik, Werkstoffe und Bauelemente, Konstruktionslehre. Im weiteren Verlauf kommen Module wie Messtechnik, Mikroprozessortechnik, Theoretische Elektrotechnik, Schaltungstechnik und Regelungstechnik hinzu.

Im Vertiefungsstudium folgt eine Schwerpunktbildung auf Gebieten wie Automatisierungstechnik, Elektrische Energietechnik, Elektronik, integrierte Mikro- und Nanoelektronik, Mechatronik und Messtechnik, Nachrichten- und Kommunikationstechnik, Optoelektronik, Technische Informatik mit den entsprechenden Wahlmodulen, zudem Laborpraktika.

Studium an Fachhochschulen und der Dualen Hochschule

Praktische Tätigkeit:

Je nach schulischer/beruflicher Vorbildung meist mehrwöchiges Vorpraktikum in einem handwerklichen oder industriellen Elektrobetrieb. Während des Studiums Praxisphasen von unterschiedlicher Dauer.

Studium:

Im Grundlagenstudium Module wie Mathematik, Technische Physik, Grundlagen der Elektrotechnik/Elektronik, computergestützte Entwurfsmethoden, Informatik, Messtechnik, Werkstoffe und Bauelemente. Anschließend Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse in Modulen wie Nachrichtenübertragung, Signalverarbeitung, Leistungselektronik, Mikroprozessortechnik, elektrische Antriebe, Regelungstechnik, Simulationstechnik, analoge und digitale Schaltungen.

Im Vertiefungsstudium folgt je nach Hochschule eine Schwerpunktbildung z.B. in Elektrische Energietechnik, Kommunikationstechnik, Elektronik, Nanoelektronik, Hochfrequenztechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (Automatisierungstechnik), technische Informatik. Ergänzende Module gibt es zu Qualitätssicherung bzw. Betriebswirtschaft.

Alle Studiengänge anzeigen >>

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Weitere Informationen

Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE)
www.vde.de

Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI)
www.zvei.org

Verein Deutscher Ingenieure (VDI)
www.vdi.de

BA-Bestellservice
Arbeitsmarktinformationen der Bundesagentur für Arbeit erhalten Sie unter:
www.ba-bestellservice.de (Themen > Bürgerinnen & Bürger > Arbeit & Beruf).

ISA
Das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen gibt Informationen zur Entwicklung in den einzelnen Studienbereichen und Teilarbeitsmärkten.
www.uni-due.de/isa

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