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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

news: Studienplatzvergabe im Fach Humanmedizin Bundesverfassungsgericht fordert Neuregelung

Das Studienfach Humanmedizin ist seit Jahren sehr beliebt. Im Wintersemester 2017/18 bewarben sich nach Angaben der Stiftung für Hochschulzulassung über 43.000 Menschen auf 9.176 freie Studienplätze. Eine Bewerberauswahl ist also unumgänglich.

Das BVerfG sollte nun klären, in wie fern durch die geltenden gesetzlichen Bestimmungen das Grundrecht auf gleiche Teilhabe am staatlichen Studienangebot gewährleistet ist. Auslöser war eine Klage zweier Studienbewerber, die auch nach mehreren Jahren Wartezeit sowie abgeschlossenen fachnahen Ausbildungen nicht zugelassen worden waren.

Die Auswahlverfahren sind zulässig, die Eignung sollte aber stärker im Vordergrund stehen

Und so urteilte das BVerfG: Prinzipiell ist eine Vergabe von Studienplätzen über eine Abiturbestenquote, über Auswahlverfahren der Hochschulen sowie nach Wartezeit verfassungskonform. Allerdings forderte das BVerfG einige Nachbesserungen, die unter anderem die zu erwartende Eignung für das Studium der Humanmedizin und den späteren Beruf stärker berücksichtigen sollen:

  • Bei der Abiturbestenquote, über die 20 Prozent der Studienplätze vergeben werden, dürfe die Berücksichtigung der Ortswünsche die Abiturdurchschnittsnote als Kriterium nicht überlagern. Die Ortspräferenz sollte demnach künftig nur als „Sekundärkriterium“ gelten, so dass zuallererst die Eignung nach Abiturnote zähle.
  • Ähnliches sei auch zum Auswahlverfahren der Hochschulen zu sagen, das mit 60 Prozent der zu vergebenden Studienplätze den Löwenanteil ausmacht. Hier müsse zudem künftig neben der Abiturdurchschnittsnote auf ein weiteres Kriterium zurückgegriffen werden: Einen Eignungstest, eine fachnahe Berufsausbildung oder Berufserfahrung, ein Studierfähigkeitstest oder Auswahlgespräche. Viele Universitäten nutzen bereits solche Kriterien, jedoch nicht nach einheitlichem Standard. Dieser wurden vom BVerfG jetzt eingefordert.
  • Die Wartezeitquote, über die ebenfalls 20 Prozent der Studienplätze vergeben werden, sei grundsätzlich nicht zu beanstanden. Allerdings forderte das BVerfG, die Zahl der für eine Zulassung nötigen Wartesemester „angemessen“ zu begrenzen – derzeit liegt sie bei 15 Semestern. Hierbei sei zu berücksichtigen, bis zu welcher Wartezeit bzw. welchem Alter ein anschließend erfolgreiches Studium noch zu erwarten sei.

Ländergesetze müssen nun reformiert werden

Mit dem Urteil aus Karlsruhe sind nun Bund und Länder aufgefordert, bis zum 31.12.2019 die Zulassung für das Studium der Humanmedizin einheitlich neu zu regeln.

Wichtig für Studieninteressierte: Bis zur Neuregelung wird das Verfahren in seiner bisherigen Form angewandt. Änderungen sind erst ab dem Bewerbungszeitraum Sommersemester 2020 zu erwarten.

Mehr Infos

Informationen der Stiftung für Hochschulzulassung
https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2334

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/bvg17-112.html

Übersicht über das bundesweite Zulassungsverfahren
www.studienwahl.de/de/chstudieren/chbewerbung/hochschulstart-de/hochschulstart-de0254.htm

Bewerbung in drei Quoten
www.abi.de/studium/hochschule/hochschulzugang/wie-bekomme-ich-einen-studienp015218.htm?zg=schueler

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