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Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Ein klassisches Treppenhaus mit Marmortreppe.
Foto: Martin Rehm
Voraussetzungen für ein Studium

An welchen Hochschultypen Sie konkret studieren dürfen, hängt allerdings davon ab, an welchem Schultyp Sie Ihren Abschluss gemacht haben.

  • Mit der allgemeinen Hochschulreife sind Sie berechtigt, alle Studiengänge an allen Hochschultypen zu studieren.
  • Mit einer fachgebundenen Hochschulreife können Sie die Fächer der im Zeugnis vermerkten Fachrichtung (z.B. Sozialwesen, Technik, Wirtschaft) an allen Hochschultypen studieren.
  • Mit der Fachhochschulreife können Sie in alle Studiengänge an einer Fachhochschule aufgenommen werden. In Bayern gibt es darüber hinaus auch eine fachgebundene Fachhochschulreife, die das Studium bestimmter Fächer am genannten Hochschultyp ermöglicht.

Es gibt allerdings Hochschulzugangsberechtigungen, die nur in bestimmten Bundesländern gelten. Die Gültigkeit ist i.d.R. auf dem Abschlusszeugnis vermerkt.

In Brandenburg und Hessen etwa können Studieninteressierte mit Fachhochschulreife auch Bachelorstudiengänge an Universitäten studieren. In Niedersachsen berechtigt die Fachhochschulreife auch zum Studium in der entsprechenden Fachrichtung an einer Universität oder einer gleichgestellten Hochschule. Und in Baden-Württemberg gibt es die sogenannte „Delta Prüfung“. Sie ermöglicht es Studieninteressierten mit Fachhochschulreife, ein Studium an einer Universität zu belegen. Abiturient(inn)en mit fachgebundener Hochschulreife können auf diesem Weg in einer Fachrichtung zugelassen werden, die nicht auf dem Abschlusszeugnis vermerkt ist.

Für ein Lehramtsstudium in künstlerischen Fächern (Kunst und Musik) ist i.d.R. die allgemeine Hochschulreife erforderlich, in manchen Ländern genügt hierzu aber auch die fachgebundene Hochschulreife.

Weitere Auskünfte erteilen die Zulassungsstellen der Hochschulen.

Von der Fachhochschule an die Universität

Mit dem Abschluss einer Fachhochschule erwirbt man i.d.R. eine Qualifikation, die der allgemeinen Hochschulreife entspricht.

Bachelorabsolvent(inn)en von Fachhochschulen können deshalb grundsätzlich auch einen Masterstudiengang an einer Universität belegen. Eine anschließende Promotion an einer Universität ist ebenfalls möglich.

Ein Wechsel im Verlauf des Studiums von der Fachhochschule in einen gleichen oder eng verwandten universitären Studiengang ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, teilweise (z.B. in Bayern) ist er mit erreichten 60 ECTS-Leistungspunkten nach zwei Fachsemestern möglich.

Hochschulreife nachholen

Sie können auch einen Schulabschluss nachholen, um eine Hochschulzugangsberechtigung zu erhalten. Umgangssprachlich ist die Rede vom „Zweiten Bildungsweg“.

Ausführliche Informationen dazu gibt es im Themenheft „Weiter durch Bildung“ der Bundesagentur für Arbeit  und beim Deutschen Bildungsserver (www.bildungsserver.de, Suchbegriff „Zweiter Bildungsweg“).

Anrechnung von Aus- und Fortbildungsleistungen im Studium

Absolvent(inn)en beruflicher Ausbildungswege, die ein Hochschulstudium anstreben, können sich im Vorfeld ihrer Entscheidung über etwaige Möglichkeiten der Anrechnung erbrachter Aus- oder Fortbildungsleistungen informieren. Bei gegebener Anrechnungsmöglichkeit müssen entsprechende Leistungen nicht ein zweites Mal im Studium erbracht werden. Welche Leistungen anerkannt werden können, entscheiden i.d.R. die zuständigen Ämter der Hochschulen. Einen Überblick über pauschale Anerkennungsmöglichkeiten sowie Ansprechpersonen für individuelle Fragen finden Sie unter www.dabekom.de (siehe hierzu auch Kapitel 2.4.4 „Weiterbildende Studiengänge“).

Studieren ohne Abitur

Die Zahl der Studierenden ohne allgemeine oder Fachhochschulreife steigt seit Jahren an, wenn auch auf niedrigem Niveau: Während 2010 noch 25.706 Studierende keine Hochschulreife hatten, waren es 2015 mit rund 51.000 fast doppelt so viele.

Doch Vorsicht: Obwohl sich die bildungspolitischen Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesländer bereits 2009 in der Kultusministerkonferenz (KMK) darauf geeinigt haben, beruflich Qualifizierten den Weg an die Hochschule zu erleichtern, sind die Bestimmungen von Bundesland zu Bundesland noch immer unterschiedlich. Bildung ist schließlich Ländersache. Einige Kriterien gelten jedoch überall:

  • Meister/in, Fachwirt/in oder Inhaber/in eines gleichwertigen Fortbildungsabschlusses nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung
    Der Meistertitel oder ein vergleichbarer Abschluss ist der allgemeinen Hochschulreife gleichwertig. Das heißt, wer einen solchen beruflich hochqualifizierten Fortbildungsabschluss von mindestens 400 Unterrichtsstunden absolviert hat, kann sowohl die Hochschule als auch das Studienfach frei wählen. Allerdings sind für eine Zulassung – wie auch bei Studienbewerber/innen mit Abitur – gegebenenfalls bestehende Zulassungsbeschränkungen (z.B. Bewerbungs- und Auswahlverfahren) zu nehmen.
  • Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung
    Wer eine mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen hat und mindestens drei Jahre im erlernten Beruf tätig war, kann eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erhalten.

Häufig muss man dafür ein Eignungsfeststellungsverfahren oder ein Probestudium von mindestens einem Jahr erfolgreich abschließen. Anders als bei der allgemeinen Hochschulreife ist die Zulassung bei der fachgebundenen Hochschulreife auf Studiengänge beschränkt, die inhaltlich an die Berufsausbildung und die Berufstätigkeit anknüpfen. Die geforderte Dauer der Berufsausbildung und der Berufserfahrung sowie Details variieren je nach Bundesland. Pflege- und Betreuungszeiten, manchmal auch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr können – je nach Bundesland – ebenfalls auf die Zeit der Berufstätigkeit angerechnet werden. Darüber hinaus können die Länder den Hochschulzugang weiter öffnen.

So ist etwa in Rheinland-Pfalz in einzelnen Studiengängen ein Hochschulzugang auch schon mit einem Ausbildungsabschluss möglich (Notendurchschnitt von min. 2,5 erforderlich). In Hamburg genügen in begründeten Ausnahmefällen schon zwei Jahre Berufspraxis nach der Ausbildung.

Wer sich für ein Studium als beruflich Qualifizierte/r interessiert, sollte sich zuvor unbedingt über die entsprechenden Regelungen in den einzelnen Bundesländern informieren.

Bundeslandbezogene Informationen für ein Studium ohne Abitur gibt es unter www.studieren-ohne-abitur.de, einem Kooperationsprojekt des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.

Häufige Fragen zum Thema:

  • Kann man sich im Studium berufliche Qualifikationen anrechnen lassen?
    Ja, das ist möglich. Welche Leistungen anerkannt werden können, entscheiden in der Regel die zuständigen Ämter der Hochschulen. Einen Überblick über pauschale Anerkennungsmöglichkeiten sowie Ansprechpartner für individuelle Fragen gibt es unter: www.dabekom.de
  • Wie bewerbe ich mich für einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang?
    Für die Fächer Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie muss man sich bei der Stiftung für Hochschulzulassung (www.hochschulstart.de) bewerben. Je nach beruflicher Qualifikation und Bundesland gibt es allerdings weitere Zugangsbedingungen, beispielsweise die Teilnahme an einem Beratungsgespräch, das Ablegen einer Zugangsprüfung an der Hochschule oder die Erteilung einer Gleichwertigkeitsbestätigung durch die Hochschule. Ein Überblick über die Zugangsmöglichkeiten wird im Internetportal www.studieren-ohne-abitur.de zur Verfügung gestellt.
  • Darf ich ohne Hochschulreife auch einen Masterstudiengang belegen?
    Nach einem Bachelorstudium darf man ein Masterstudium aufnehmen – das gilt selbstverständlich auch für Bachelorabsolvent(inn)en, die keine Hochschulreife haben. Elf Bundesländer ermöglichen Personen ohne Hochschul- oder Fachhochschulreife sogar den direkten Zugang ins Masterstudium, also ohne vorherigen Bachelorabschluss. Allerdings sind diese Studiengänge fast ausschließlich im Weiterbildungsbereich zu finden und kostenpflichtig. Je nach Bundesland ist für den Zugang eine Eignungsprüfung zu absolvieren und/oder mehrjährige Berufserfahrung mit fachlichem Bezug nachzuweisen.
  • Und was gilt, wenn ich meinen Berufsabschluss im Ausland erworben habe?
    Für Studieninteressierte aus dem Ausland gilt grundsätzlich: Wenn die Voraussetzungen im Heimatland für ein Studium gegeben sind, ist das Studium auch in Deutschland möglich. Hierzu ist allerdings die Anerkennung von Zeugnissen und Abschlüssen und – wenn nicht eindeutig nach „Katalog“ – auch eine sogenannte Feststellungsprüfung erforderlich. Ansprechpartner hierzu sind die Anerkennungsstellen. Hinweise dazu gibt www.anabin.de. Wichtig: Eine zentrale Voraussetzung für ein Studium in Deutschland ist selbstverständlich das Beherrschen der deutschen Sprache.
  • An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?
    Bei konkreten Fragen zum Thema „Studieren ohne Abitur“ empfiehlt es sich unbedingt, direkt bei den Studienberatungen der infrage kommenden Hochschule nachzufragen! Auch die Berufsberater/-innen der örtlichen Agentur für Arbeit können bei Fragen weiterhelfen.

Ausländische Bildungsnachweise

Studieninteressierte mit ausländischen Bildungsnachweisen erfüllen grundsätzlich die Qualifikationsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland, wenn deren Bildungsnachweise ein Hochschulstudium im Herkunftsland der Zeugnisse ermöglichen. Dabei gelten bestimmte Bedingungen, die in den Bewertungsvorschlägen der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der Kultusministerkonferenz (KMK) in der Datenbank www.anabin.kmk.org veröffentlicht werden.

Über die Anerkennung der Bildungsnachweise entscheidet im Rahmen von Zulassungsverfahren i.d.R. die jeweilige Hochschule. Die Anerkennung ist dabei auf den angestrebten Studiengang begrenzt, d.h. bei einem Studiengangwechsel ist eine erneute Entscheidung erforderlich. Die Länder können für die Bewertung ausländischer Bildungsnachweise eine zentrale Zeugnisanerkennungsstelle in ihrem Land einrichten. Die Entscheidungen der Zeugnisanerkennungsstelle eines Landes über die Zuerkennung der Hochschulreife gelten bundesweit, sofern sie nicht auf das jeweilige Land begrenzt sind. Unter www.anabin.kmk.org finden Sie Anschriften aller Anerkennungsstellen in Deutschland. Für über 180 deutsche Hochschulen (staatlich und privat) führt www.uni-assist.de im Auftrag der jeweiligen Hochschule das Vorprüfungsverfahren durch.

Ist nach den Bewertungsvorschlägen kein direkter Hochschulzugang möglich, müssen die Bewerber/-innen vor Aufnahme des Studiums eine sogenannte „Feststellungsprüfung“ bestehen, der i.d.R. eine einjährige Vorbereitung am Studienkolleg vorausgeht. Soweit die Bewertungsvorschläge keine Einstufung enthalten, entscheiden die nach Landesrecht zuständigen Stellen.

Weitere Zulassungsvoraussetzungen

Deutschkenntnisse

Wer an einer deutschen Hochschule studieren möchte, muss über die erforderlichen Deutschkenntnisse verfügen. Eine Ausnahme bilden „International Degree Programmes“, die meist in englischer Sprache angeboten werden. Deutschkenntnisse können mit Prüfungen und Tests im Heimatland oder in Deutschland nachgewiesen werden. Hinweise zu Sprachkursen und -prüfungen finden Sie auf den Internetseiten des Goethe-Instituts (www.goethe.de) sowie auf www.sprachnachweis.de. Umfassend informiert Sie auch der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD (www.daad.de).

Eignungsprüfung

Insbesondere für ein Kunst-, Design-, Innenarchitektur-, Musik-, Schauspiel- oder Sportstudium müssen Studienbewerber/-innen ihre Eignung nachweisen. Dies geschieht je nach Studiengang z.B. durch Vorlage einer Arbeitsmappe mit eigenen künstlerisch-gestalterischen Arbeiten, durch ein Vorsprechen, ein Vorspiel auf einem Instrument oder durch eine Sporteignungsprüfung.

Wird eine besondere bzw. überragende künstlerische Begabung und eine für das Studium hinreichende Allgemeinbildung nachgewiesen, so kann die Zulassung zu bestimmten künstlerischen, darstellenden, gestalterischen oder musischen Studiengängen auch ohne den Nachweis einer Hochschulreife erfolgen.

Da solche Eignungstests oft vor dem Beginn der allgemeinen Bewerbungsfristen durchgeführt werden, sollten Sie Informationen über Termine, Bewerbungsunterlagen und ähnliches schon eineinhalb Jahre vor dem beabsichtigten Studienbeginn einholen.

Fremdsprachenkenntnisse

Für einige Fächer schreiben die Prüfungsordnungen verbindlich Fremdsprachenkenntnisse vor, die entweder schon zu Studienbeginn vorhanden sein müssen oder während des Studiums nachzuholen sind.

  • Lateinkenntnisse: Vor allem in geisteswissenschaftlichen Fächern wie Germanistik, Philosophie oder Geschichte sowie in Lehramtsstudiengängen gehören manchmal Lateinkenntnisse zu den Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen. Oft ist das auch erst zum Masterstudium der Fall, etwa bei den gestuften Lehramtsstudiengängen.
  • Für das Studium der Theologie sind i.d.R. das Graecum und das Hebraicum vorgeschrieben. Die meisten Studierenden lernen die Sprachen aber erst im Laufe der ersten Semester.
  • Neuere Philologien: Die Hochschulen können die Zulassung zu einem Fach wie Anglistik oder Romanistik vom Ergebnis eines Sprachtests abhängig machen. Der oft computerbasierte Test ist an der Hochschule abzulegen, kann aber i.d.R. durch anerkannte Sprachzertifikate wie den TOEFL (Test of English as a Foreign Language) bzw. das DELF (Diplôme d'Etudes en Langue Française) ersetzt werden. Außerdem können Einstufungstests zu Beginn des Semesters verpflichtend sein und eine Grundlage für die Studienberatung darstellen sowie der leistungsbezogenen Auswahl der Lehrveranstaltungen dienen.

Praktika vor Studienbeginn

Insbesondere an Fachhochschulen wird oft vor der Aufnahme des Studiums ein sogenanntes Vorpraktikum verlangt (oder empfohlen), dessen Dauer zwischen ein paar Wochen und Monaten variieren kann. Eine Berufsausbildung oder ein Freiwilligendienst können unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise angerechnet werden. Die Dauer des Vorpraktikums ist auch von der schulischen Vorbildung der Studienbewerber/-innen abhängig. Daher sollten Sie sich frühzeitig bei Ihrer zukünftigen Hochschule über die entsprechenden Bestimmungen informieren – z.B. auch über die Möglichkeit, das Vorpraktikum nach Studienbeginn in den Semesterferien abzuleisten. Ausnahmeregelungen gibt es auch für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen.

Hinweis: Ein Praktikum vor Studienbeginn kann auch ohne Vorgabe sinnvoll sein. So können Sie Ihre Motivation und Eignung für das geplante Studium und die spätere Berufstätigkeit überprüfen. Bei der Suche nach Praktikumsstellen sind z.B. die Praktikumsämter der Hochschulen behilflich.


Hinweis

Bei einigen Studiengängen gibt es die Möglichkeit, dass berufliche Qualifikationen angerechnet werden. Mehr Infos dazu gibt es unter "Bewerbung & Zulassung".

In einigen Bundesländern wird bei der Immatrikulation der Nachweis über die Teilnahme an einem Studienorientierungsverfahren verlangt (z.B. Baden-Württemberg und Bayern).


Weitere Informationen

In einigen Bundesländern gibt es spezielle Servicestellen und Onlineplattformen, die Informationen zum Studium ohne Abitur bzw. Studium für beruflich Qualifizierte bereitstellen. Teils wird auch eine persönliche Beratung angeboten:

Baden-Württemberg: www.mwk.baden-wuerttemberg.de ( > Hochschulen & Studium > Hochschulzugang > FAQ zum Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte, PDF zum Herunterladen) 

Bayern: www.weiter-studieren-in-bayern.de

Bremen: www.offene-hochschulen-bremen.de/studieren-ohne-abitur

Niedersachsen: www.offene-hochschule-niedersachsen.de

Nordrhein-Westfalen: wissenschaft.nrw.de ( > Studieren ohne Abitur)

Rheinland-Pfalz: www.studium-ohne-abitur-rlp.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
bietet auch die Möglichkeit, nach Praktikumsstellen zu suchen:
www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Praktikumsbörse von studienwahl.de
www.studienwahl.de

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