Logo Stiftung für Hochschulzulassung Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo studienwahl.de
Ein Kompass liegt auf der Wiese

Offizieller Studienführer für Deutschland

Zu sehen ist ein Vertrag, der geprüft und unterschrieben wird.
Foto: Martin Rehm
Wie versichere ich mich?

Kranken- und Pflegeversicherung

Grundsätzlich sind alle Studierenden versicherungspflichtig, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland immatrikuliert sind. Sie sind dort pflegeversichert, wo sie auch krankenversichert sind.

Zur Immatrikulation muss jede/r Studierende eine Versicherungsbescheinigung einer gesetzlichen Krankenversicherung vorlegen. Sie dient als Nachweis über eine gültige Krankenversicherung bzw. über die Befreiung von der Versicherungspflicht. Der Nachweis gilt für das gesamte Studium, nur bei einem Hochschulwechsel benötigen Sie eine neue Versicherungsbescheinigung.

Krankenkassenwahl

Während des Studiums gibt es vier unterschiedliche Möglichkeiten der Krankenversicherung:

Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung

Wer über ein Elternteil gesetzlich familienversichert ist, hat einen beitragsfreien Anspruch auf die Versicherungsleistungen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr. Der Anspruch verlängert sich für Studierende, die einen freiwilligen Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst, Jugendfreiwilligendienst oder ein freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr geleistet haben, um den entsprechenden Zeitraum. Auch für Studierende mit Behinderung verlängert sich der Anspruch unter bestimmten Voraussetzungen. Für die bei ihrem Ehepartner oder ihrem/ihrer eingetragenen Lebenspartner/-in gesetzlich Familienversicherten besteht keine Altersgrenze.

Wer familienversichert ist, darf eine bestimmte Verdienstgrenze nicht regelmäßig überschreiten:  415 Euro im Monat, bei einem Minijob höchstens 450 Euro. Ausschlaggebend ist das Gesamteinkommen, d.h. alle steuerpflichtigen Einkünfte (brutto) werden zusammengerechnet, bei schwankendem Einkommen wird ein Jahresdurchschnitt errechnet. Unberücksichtigt bleiben Unterhaltszahlungen der Eltern, des Sozialamtes sowie das BAföG. Nach Erreichen der Altersgrenze oder bei einem höheren Gesamteinkommen werden Sie als Studierende/r versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Studentische Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung

Die Versicherungspflicht endet mit dem Abschluss des Studiums bzw. gilt bis zum Ende des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Danach sind Sie nur mehr versicherungspflichtig, wenn die Art der Ausbildung oder familiäre sowie persönliche Gründe (z.B. längere Erkrankung, Zweiter Bildungsweg, Versorgung von Kindern und Familienangehörigen) die Überschreitung der Altersgrenze oder eine längere Fachstudiendauer rechtfertigen.

In den gesetzlichen Kassen gibt es für alle pflichtversicherten Studierenden einen bundesweit festgelegten monatlichen Krankenversicherungsbeitrag (Stand: Wintersemester 2016/17): Dieser beträgt einheitlich 66,33 Euro. Hinzu kommt allerdings der Zusatzbeitrag, der von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich ist. Kinderlose Studierende über 23 Jahre zahlen 16,87 Euro monatlich an die Pflegeversicherung, alle anderen Studierenden 15,25 Euro. Die Beiträge müssen Sie vor der Einschreibung bzw. Rückmeldung im Voraus an die zuständige Krankenkasse zahlen. Ansonsten können die Hochschulen die Einschreibung bzw. die Annahme der Rückmeldung verweigern. Um den Studierendenstatus in der gesetzlichen Krankenversicherung beizubehalten, darf man nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Ausnahmen sind Jobs, die auf höchstens zwei Monate befristet sind oder nur in den Semesterferien ausgeübt werden sowie Nacht- und Wochenendarbeit.

Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung

Wer aus der Versicherungspflicht als Studierender ausscheidet, kann sich bei Vorliegen bestimmter Vorversicherungszeiten freiwillig gesetzlich weiterversichern. Das muss man aber innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der studentischen Versicherung tun, sonst nimmt einen die gesetzliche Kasse nicht mehr auf.

Gesetzliche Kassen bieten einen einheitlichen Übergangstarif von der studentischen in die freiwillige Versicherung an. Dieser gilt für maximal sechs Monate im Anschluss an die studentische Pflichtversicherung und richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des freiwilligen Mitglieds. Wer monatlich 968,33 Euro brutto oder darunter verdient, zahlt 98,96 Euro in die Krankenversicherung (plus Zusatzbeitrag von bis zu 18,40 Euro) und 25,18 Euro (mit Kind: 22,76 Euro) in die Pflegeversicherung ein. Bei höherem Einkommen gilt für die Krankenversicherung ein Satz von 10,22% des Brutto-Einkommens, 2,35% des Einkommens (bzw. 2,6% für kinderlose über 23-Jährige) müssen für die Pflegeversicherung aufgewendet werden (Stand: Wintersemester 2016/17).

Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung

Personen, die bis zum Studienbeginn privat krankenversichert waren, müssen sich zu Beginn des Studiums entscheiden, ob sie in die studentische Pflichtversicherung wechseln oder weiter privat krankenversichert sein wollen. Die Entscheidung für die private Versicherung ist für den Rest des Studiums bindend. Und: Der Eintritt in eine gesetzliche Krankenversicherung nach dem Studium ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Bitte lassen Sie sich vor einem Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse Ihrer Wahl oder den örtlichen Studentenwerken beraten!

Krankenversicherung für ausländische Studierende

Für ausländische Studierende, die an einer deutschen Hochschule ordentlich immatrikuliert sind, gelten grundsätzlich die gleichen Bedingungen wie für deutsche Studierende. Studierende bis zum 14. Fachsemester oder 30. Lebensjahr aus den EU/EWR-Staaten und der Schweiz, die im Herkunftsland bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können sich ihre Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland anerkennen lassen. Dazu benötigen sie die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card, EHIC).

Studierende aus den EU/EWR-Staaten und der Schweiz, die im Herkunftsland bei einer privaten Krankenkasse versichert sind, müssen bei der Immatrikulation in Deutschland eine Bestätigung dieser Krankenkasse vorlegen. Studierende, die nicht aus EU/EWR-Staaten oder der Schweiz kommen, müssen sich in Deutschland krankenversichern. Bis zum 30. Geburtstag bzw. bis zum Ende des 14. Fachsemesters ist dies bei einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenkasse möglich. Danach kann man sich nur noch bei einer privaten Krankenkasse versichern.

Auskünfte rund um die Krankenversicherung erteilen die Ortskrankenkassen am Hochschulort, die Krankenkassen im Heimatland, die Sozialberatung der Studentenwerke und die Akademischen Auslandsämter.

Unfallversicherung

Studierende an Hochschulen sind beitragsfrei in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Der Unfallversicherungsschutz ist sehr eng auf die Hochschule und deren unmittelbaren Einflussbereich sowie auf den Weg dorthin und von dort beschränkt. Deshalb haben einige Studentenwerke eine zusätzliche private Unfallversicherung für ihre Studierenden abgeschlossen. Informationen sind bei den örtlichen Studentenwerken erhältlich.

Grundsätzlich besteht außerdem bei allen Jobs während des Studiums, in den Semesterferien oder bei einem Praktikum (egal ob Pflicht- oder freiwilliges Praktikum) eine Unfallversicherung – unabhängig von der Höhe des erzielten Arbeitsentgelts. Die Beiträge zur Versicherung zahlt der Arbeitgeber. Eine gesetzliche Unfallversicherung besteht nicht bei Honorarjobs oder freiberuflicher Arbeit; hier muss man sich selbst versichern.

Sonstige Versicherungen

Quasi unverzichtbar für Studierende und Auszubildende ist eine private Haftpflichtversicherung. Sie schützt Sie und andere vor unerwarteten Kosten durch verursachte Schäden.

Gegen Schäden am Hausrat sind Studierende, egal ob sie bei ihren Eltern wohnen oder auswärtig in einer WG untergebracht sind, für die Dauer ihrer Ausbildung i.d.R. über eine ggf. abgeschlossene Hausratversicherung ihrer Eltern abgesichert. Doch Vorsicht: Gemeinschaftsgut einer WG ist hierdurch i.d.R. nicht versichert. Und wenn ein eigener Hausstand im Studium gegründet wird, so ist auch eine eigene Versicherung abzuschließen. Beachten Sie dazu bitte im Einzelfall die Versicherungsbedingungen. Detaillierte Auskünfte erteilen die Verbraucherzentralen in den Ländern.

Darüber hinaus kann ggf. eine Fahrraddiebstahlversicherung nützlich sein. Über eine Hausratversicherung ist diese Leistung jedoch häufig günstiger als in einer separaten Versicherung.

Wer in den Semesterferien Reisen unternimmt, kann sich mit einer Auslandskranken­versicherung mit Rücktransport absichern. Diese ist v.a. notwendig bei einem Aufenthalt in einem Land, mit dem kein umfassendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen wurde, z.B. die USA, Australien oder Südafrika. Hier erbringt die gesetzliche Krankenkasse i.d.R. keine Leistungen.


Weitere Informationen

Bundesversicherungsamt
Unter „Krankenversicherung“ finden Sie ein FAQ mit Informationen auch für Studierende.
www.bundesversicherungsamt.de

Bund der Versicherten e.V.
Die Broschüre „Gut versichert ... in Ausbildung und Studium“ gibt es zum kostenlosen Download unter „Publikationen“.
www.bundderversicherten.de

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
www.dguv.de

Hinweise für ausländische Studierende
www.internationale-studierende.de

Hinweise für Studierende mit Behinderung
www.studentenwerke.de/behinderung
Stichwort: "Finanzierung"

Drucken Versenden
Nach obenNach oben
Signet Finder
Geprüft von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland
Bedienungshinweis
17725
Studiengänge
443
Hochschulen
Erweiterte Suche Deutschlandkarte Bedienungshinweis
Suchergebnisfenster schließen
Treffervorschau
Studiengängez.B.:
Buchinhalte:
Aktuelle Beiträge: